Zwei Aufzüge und acht Kundgebungen waren am Samstag, 27. Februar, nahezu zeitgleich in der Trierer Innenstadt angemeldet. Die Polizei sorgte für einen geordneten Ablauf der Veranstaltungen. Vorübergehend kam es zu Blockadeversuchen der NPD-Versammlung und Verkehrsbehinderungen.

Für 14 Uhr hatte eine Gruppe von Corona-Maßnahmen-Gegnern eine Kundgebung auf dem Viehmarktplatz angemeldet. Für den Nachmittag hatte der NPD-Kreisverband Trier-Stadt einen Fackelmarsch angemeldet, der vom Heuschreckbrunnen am Rande der Trierer Fußgängerzone bis zur Römerbrücke führen sollte. Zwischendurch waren mehrere Kundgebungen vorgesehen.

Mehrere Organisationen, Vereine und Parteien hatten insgesamt acht Gegenkundgebungen zu diesen beiden Versammlungen auf verschiedenen Plätzen und Straßen der Trierer Innenstadt, an der Aufnahmeeinrichtung in der Dasbachstraße und in der Eurener Straße angemeldet. Im Vorfeld der Kundgebungen hatten Stadtverwaltung und Polizei bereits auf zahlreiche Straßensperrungen und damit einhergehende Verkehrsbehinderungen hingewiesen.

Etwa 300 Menschen hatten sich zu der Kundgebung auf dem Viehmarktplatz eingefunden. Darunter auch vereinzelt Personen, die sich mit Sturmhauben vermummt hatten. Die Polizei stellte mehrere Personalien fest und eine Sturmhaube sicher.

Gegen 17 Uhr begann die Kundgebung des rechten Spektrums, zu der sich 20 Teilnehmer eingefunden hatten. Bereits vor Beginn des Aufzugs versuchten einige Personen die polizeilichen Absperrungen entlang der Aufzugsstrecke zu durchbrechen, offenbar um die Strecke zu blockieren. Dies wurde aber von Polizeikräften verhindert. Schnell auflösen konnten die Einsatzkräfte auch eine Blockade auf dem Johanniterufer in Höhe der Römerbrücke. Bei dem dabei entstandenen Gerangel wurde ein Polizeibeamter zu Boden gestoßen und leicht verletzt. Er konnte seinen Dienst aber fortsetzen.

Etwa 150 Angehörige des linken Spektrums versammelten sich gegen 18.20 Uhr im Kreuzungsbereich an der Kaiserstraße/Römerbrücke und meldeten eine Spontandemonstration an. In Zusammenarbeit zwischen der Versammlungsbehörde der Stadt Trier und der Polizei wurde diese Demonstration nach etwa 20 Minuten beendet. Die Versammlungsteilnehmer schlossen sich der Gegenkundgebung an, die sich zwischenzeitlich an der Polizeiabsperrung am Ende der Karl-Marx-Straße auf Höhe der Römerbrücke versammelt hatte. Insgesamt versammelten sich dort etwa 500 Menschen.

Kurz vor 19 Uhr erreichte der Aufzug des rechten Spektrums nach mehreren Kundgebungen in der Brückenstraße und der Karl-Marx-Straße die Römerbrücke und hielt auf der Brücke eine letzte Kundgebung ab. Gegen 19.30 war diese Kundgebung beendet. Die Polizei beendete die letzten Straßensperrungen am Moselufer gegen 20.10 Uhr.

Einsatzleiter Polizeidirektor Ralf Krämer bilanziert einen insgesamt positiven Einsatz: „Unsere Einsatzkonzeption sah vor, den Versammlungsteilnehmern die Ausübung ihres Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung zu sichern. Störungen und das direkte Aufeinandertreffen rivalisierender Gruppen wollten wir mit einem starken Kräfteansatz und technischen Sperren verhindern. Dies ist uns gelungen.“ Leider hätten sich nicht alle Versammlungsteilnehmer teilweise nicht an die geltenden Corona-Regeln gehalten. Die Polizei musste häufiger auf die Einhaltung der Regeln hinweisen.