Reinsfeld. Nachdem am Mittwochnachmittag am Sportplatz in Reinsfeld eine Cessna, vermutlich gerade auf den Boden, abgestürzt ist, haben am Donnerstagmorgen die weiteren Arbeiten an der Unglücksstelle begonnen.
„Wir waren in der Nacht auf Donnerstag bis gegen 00:30 Uhr an der Einsatzstelle und haben gemeinsam mit dem technischen Hilfswerk die Fachkräfte von Polizei und Flugunfalluntersuchung unterstützt“ erzählt Daniel Bredel, der Einsatzleiter der Feuerwehr.
Um 10 Uhr am Donnerstagmorgen wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. „Die Kriminalpolizei und Ermittler des Bundesamtes für Flugunfalluntersuchung haben alle Teile in Augenschein genommen und dokumentieren nun alle Einzelheiten und Details“ erklärt Marc Fleischmann, Pressesprecher der Polizei. Hierbei macht er klar, dass die kompletten Untersuchungen, bis man abschließend sagen kann, wie es zu dem Unglück gekommen ist, mehrere Wochen und Monate andauern kann. „Wenn alles gefunden wurde und in Augenschein genommen wurde, werden die Teile des Flugzeuges geborgen und zur weiteren Untersuchung nach Braunschweig gebracht“ so Fleischmann. Der Pilot wurde am späten Mittwochabend von der Feuerwehr geborgen und zur Obduktion nach Mainz gebracht. Der 49- jährige stammte aus dem Kreis Recklingshausen.
Der Radius von der eigentlichen Absturzstelle am Sportplatz bis zu den ganzen Trümmerteilen auf einer Weide und im Wald ist sehr groß. „Angesichts des Umfangs, an dem man weitere Flugzeugteile gefunden hat, gehen wir davon aus, dass die Maschine in der Luft bereits auseinandergebrochen ist“ teilt der Polizeisprecher mit. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall in der Luft. Zum Zeitpunkt des Unfalls zog ein starker Schauer über den Hochwald. Ob dort auch ein Gewitter eingelagert war, müssen auch weitere Auswertungen von Wetter- und Flugdaten ergeben.
Zur Unfallstelle ist auch Herbert Eiden am Mittwoch geeilt. Er ist Platzwart beim TUS Reinsfeld. „Meine Frau hat mich zuhause angerufen, um zu fragen ob er mir gut geht und ob ich schon mitbekommen habe, was am Sportplatz passiert ist“ erinnert sich Eiden. Er war bis zum Beginn des Regenschauers am Sportplatz und hat den Rasen um den Sportplatz angefangen zu mähen. „Ich bin richtig froh, dass ich abgebrochen habe und nach Hause gefahren bin. Trotzdem auch erschrocken, wenn ich daran denke was da hätte noch passieren können“ zeigt sich Herbert Eiden bestürzt. Nachdem er die Info von seiner Frau bekommen hatte, ist der gleich zum Sportplatz gefahren.
Auch der Ortsbürgermeister von Reinsfeld Uwe Roßmann ist zur Absturzstelle gefahren. „Mich haben die Behörden zuhause angerufen und mitgeteilt, dass es am Sportplatz zu einem Flugzeugabsturz gekommen ist“ erinnert sich Roßmann. Bei ihm laufen viele Drähte zusammen, das Telefon steht kaum still. „Viele Reinsfelder haben den Knall mitbekommen und anschließend die vielen Martinshörner. Das dann die Menschen sich große Gedanken machen, ist ganz klar“ so der Bürgermeister. Angesichts der Nähe zu den ersten Häusern im Neubaugebiet des Ortes haben die Bewohner dennoch großes Glück gehabt. „Die Absturzstelle ist nur wenige hundert Meter von den ersten Häusern entfernt. Es ist nicht auszumalen, was noch alles hätte passieren können“ so Uwe Roßmann. Wie alle Menschen in der Region, ist auch er bestürzt, dass ein Mensch beim Absturz ums Leben gekommen ist.
Schweres Gerät rollt am Donnerstagmorgen am Sportplatz an. Das technische Hilfswerk aus Saarburg kommt zur Bergung des Wracks mit allen Fahrzeugen, was der Bestand her gibt zur Unfallstelle. Mit dabei ist auch ein Bagger und ein großer Radlader. Bereits in der Nacht war das THW aus Hermeskeil stundenlang im Einsatz, um die Absturzstelle großräumig auszuleuchten. „Das THW wird nun mit dem Radlader eine Schneise und Zuwegung zu den Wrackteilen im Wald frei machen, um dort problemlos bergen zu können“ erklärt Daniel Bredel, der Einsatzleiter. Zeitgleich sind im Wald die Ermittler der Unfalluntersuchungsstelle noch mit ihren Arbeiten beschäftigt. Auch der Revierförster Martin Ritter und Waldarbeiter sind dort im Einsatz. „Es liegen Trümmerteile auf privaten Waldboden und auf stattlichem Boden. Sorgen bereiten uns die Kraftstoffe, die ausgelaufen sind“ so der Ortsbürgermeister. Fachkräfte der Wasserbehörde begutachten die Stellen im Wald und ordnen entsprechende Proben an. Am Nachmittag beginnt dann auch die Bergung der Flugzeugteile. Nun orientieren sich die Einsatzkräfte rund um die Unglücksstelle an zwei Einsatzstellen. „Wir haben den Gefahrstoffzug des Landkreises zur Unfallstelle alarmiert. Dieser muss nun den restlichen Kraftstoff aus den Tragflächen abpumpen“ so Daniel Bredel. Zeitgleich beginnt das technische Hilfswerk und die Feuerwehr im Beisammensein der Flugunfallermittler damit das Hauptteil am Sportplatz zu bergen. „In vorsichtiger Arbeit werden nun die Wrackteile angehoben und geborgen. Hierbei legen wir sie dann ohne viel zu Verändern in eine große Plane in einen Container der Feuerwehr“ erklärt der Einsatzleiter das Vorgehen. Auch die Polizei ist weiterhin mit den Ermittlungen beschäftigt. „Aus der Luft werden wir noch mit einer Drohne nochmals das komplette Gebiet überfliegen, um ausschließend, dass keine Teile übersehen wurden“ so der Polizeisprecher Fleischmann. Am Mittwoch konnte die Drohne nicht zum Einsatz kommen, da das Wetter zu schlecht war. Bis alle Bergungsarbeiten abgeschlossen sind, werden noch Stunden vergehen. Es wird wohl bis in den späten Abend hinein andauern.

(Blaes)