(c) Florian Blaes

Hermeskeil. Nachdem in dieser Woche bekannt wurde, dass es in der Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende (AfA) Hermeskeil den ersten Coronafall gab (Mittwoch), wurden umgehend erste Maßnahmen in der Einrichtung ergriffen. Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass es zwei weitere Corona-Fälle gab und folglich alle 519 Bewohner in Quarantäne mussten.

Fünf neue Infektionen in der AfA Hermeskeil

Am heutigen Freitag wurde auf newstr.de-Nachfrage mitgeteilt, dass es fünf weitere positive Fälle gibt. Damit liegt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle nun bei 8 Bewohnern der Einrichtung innerhalb einer Gruppe von 42 Menschen.

newstr.de hat sich vor ein Bild gemacht

newstr.de hat sich gestern auf den Weg zur AfA nach Hermeskeil gemacht, um sich dort ein Bild zu machen über die Maßnahmen und die Lage vor Ort. Vorausgegangen war eine große Diskussion auf der Facebook-Plattform unseres Channels, dass die Bewohner weiterhin noch frei sich in Hermeskeil aufhalten würden.

Anschuldigungen stimmen nicht

Wir können hier unseren Eindruck wiedergeben: NEIN das ist nicht der Fall! Warum ist das so? Am Haupteingang wurden die Kontrollen zur AfA durch das Sicherheitspersonal stark verschärft. Zudem wurde neben dem Ordnungsamt auch die Bereitschaftspolizei Rheinland- Pfalz und die Polizei Hermeskeil zur Unterstützumng hinzugezogen. An allen möglichen Ein- und Ausgängen, aber auch an schwereinzusehbaren Stellen rund um die Einrichtung hat sich die Polizei zur Kontrolle der Einhaltung der Quarantäne bereitgestellt. Zudem wurden weitere Zäune aufgebaut. 7 Fragen und Antworten zur AfA Hermeskeil und dem Corona-Ausbruch

Bewohner leben derzeit in Kleingruppen zusammen

Auf newstr.de-Nachfrage teilt uns ein Sprecher der ADD Trier mit, dass alle 519 Bewohner weder die AfA verlassen können, noch kommen andere (Besucher) herein. Mit Besucher sind auch Bewohner der umliegenden Ortschaften gemeint, die nicht in der Aufnahmeeinrichtung leben. Die Bewohner leben in kleinen Wohngruppen in verschiedenen Häusern auf dem Gelände zusammen und sind angehalten, soweit wie möglich nicht nach draußen zu gehen. Es ist aber nicht gänzlich verboten worden, die Häuser zu verlassen. Es gibt auch viele Kinder, die einfach kurz an die frische Luft wollen. Hier müssen auch die Bewohner der AfA ihre Masken tragen und den Abstand zu anderen Wohngruppen einhalten.

Alle Mitarbeiter wurden getestet

Alle Mitarbeiter, sei es vom DRK, der Behörden oder vom Sicherheitsdienst wurden genauso wie alle Bewohner auf das Virus in den letzten Tagen getestet. Hier sind viele der Ergebnisse noch aus. Die Mitarbeiter besorgen zur Zeit die Lebensmittel und alles, was die Menschen in der AfA zum Leben benötigen. Bei einem Kontakt zu den Bewohnern, tragen alle Mitarbeiter derzeit einen Vollschutzanzug. Und das auch schon mehrere Wochen und Monate vor dem ersten Ausbruch am Dienstag.

Unser Eindruck vor Ort: Alle Behörden und Verantwortlichen gehen mit der schwierigen Situation besorgt und besonnen um und machen alles in ihrer Macht stehende, dass die Infektionskette die AfA in Hermeskeil nicht verlässt.

7 Fragen und Antworten zur AfA Hermeskeil und dem Corona-Ausbruch

Text: Florian Blaes