Extinction Rebellion

Am 21. November 2020 pünktlich um 12 Uhr fiel es: Das Banner von
Extinction Rebellion mit der Aufschrift „Mercedes, fahr die Welt nicht
gegen die Wand!“. KlimaaktivistInnen der Bewegung sind zuvor auf das
Dach des Ausstellungshauses geklettert und hingen das Banner auf. Die
Gruppe wollte so die Autohersteller dazu auffordern, umweltfreundlichere
und CO2-ärmere Fahrzeuge zu produzieren. Mercedes hatten sie sich für
ihre Aktion ausgesucht, da diese mit dem „Mercedes GLS“ 2020 den
Goldenen Geier von der Deutschen Umwelthilfe für das klimaschädlichste
Auto bekommen haben.

„Während die Massenproduktion von Pkw mit Verbrennungsmotor ohnehin
schnellstmöglich
heruntergefahren und eine echte Verkehrswende eingeleitet werden muss,
um ein Überleben auf
diesem Planeten noch möglich zu machen, ist die exzessive Vermarktung
riesiger, schwerer Pkw mit entsprechender Ressourcenvergeudung in
Produktion und Betrieb ein besonderer Skandal, der sofort abzustellen
ist“, erklärt Margitta Kauffmann von Extinction Rebellion. „Der
Lobbyismus der deutschen Autoindustrie verhindert seit Jahren ein
Tempolimit,
was der Atmosphäre jährlich 5 Mio. Tonnen CO2 einträgt“, ergänzt sie.

Vor dem Autohaus haben sich ebenfalls Mitglieder der Klimabewegung mit
Bannern und Schildern versammelt. In ihrer Stellungsnahme heißt es: „Die
willfährige Politik der Bundesregierung
sabotiert angemessen reduzierte Flottenverbrauchsregeln in Europa. Dies
alles, um den Absatz
toxischer Produkte zu maximieren, und gegen den Geist Europas deutsche
Wirtschaftsinteressen
durchzusetzen. Firmen wie die Daimler AG betreiben das miese Geschäft
vorgeblich aus Sorge um
„Arbeitsplätze“. Tatsächlich aber geht’s um Profite, denn sonst wäre
Daimler längst auf einem
nachhaltigen Entwicklungspfad, der langfristig Jobs und Standorte
sichern würde, mit der Produktion kleiner, leichter Fahrzeuge mit hohem
Anteil alternativer Antriebe. Aber so, wie es leider immer noch läuft,
können sich Sindelfingen und Wolfsburg wohl schon einmal mit der
städtebaulichen Zukunft von Detroit anfreunden.“

„Das Lieblingsargument der SUV-Hersteller – „der Kunde will es“ –
akzeptieren wir nicht“ meint Elisabeth Schander, „hier wird durch
Werbemaßnahmen aller Art von Product Placement bis zur gewöhnlichen
Journalistenbestechung gezielt Nachfrage erzeugt. Die relativ hohen
Preise dieser
Fahrzeuge sichern ihren Platz als Statussymbol in immer mehr
Garageneinfahrten. Laut Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA)
stiegen die CO2-Emissionen der weltweiten SUV-Flotte seit 2010 um 0,55
Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen. Stärkere Beiträge zum Anstieg der
weltweiten CO2-Emissionen hat nur der Energiesektor geleistet.“

Abschließend sagen sie: „Wir fordern den Mercedes-Vertragshändler auf,
ab sofort bei dieser Form von Erdzerstörung nicht mehr mitzumachen, den
Verkauf von neuen SUV
zu bremsen und Einfluss zu nehmen auf eine rasche Änderung der
selbstmörderischen
Unternehmensstrategie von Daimler.“