Am Samstagmittag haben sich mehrere Aktivist:innen von Extinction Rebellion an verschiedenen Orten in Trier alleine auf die Straße gesetzt und so den Verkehr zum Erliegen gebracht. Damit drückten sie ihre Angst vor der Klimakrise und dem kommenden Ende der natürlichen Lebensgrundlagen aus. Die Protestaktion unter dem Namen „Rebellion of One“ (Rebellion der Einzelnen), fand zeitgleich weltweit statt. In Deutschland nahmen über 30 Städte teil– u.a. in Hamburg, Berlin, Nürnberg, Dortmund und Kassel. „Ich sitze hier, weil ich Angst habe wegen der Klimakrise. Ich habe Angst vor dem Leiden, was durch die Erderwärmung auf uns zukommt: Hitze – Dürre – Überschwemmungen – Naturkatastrophen – Pandemien. Es drohen Wassermangel – Nahrungsknappheit – Hunger – Flucht -Kriege. Wir Menschen zerstören unsere Lebensgrundlage, Mutter Erde. Das macht mir Angst und ich bin verzweifelt.“, heißt es in der persönlichen Erklärung von Jana Prodius, einer der Aktivistinnen von Extinction Rebellion Trier.

Die Teilnehmenden trugen Schilder, auf denen sie sich zu ihren Ängsten bekannten. Im Fall von Jana Prodius stand auf ihrem: „Ich habe Angst vor dem Leiden wegen der Klimakrise “. Jörg Wiesenfeld, ein anderer Aktivist aus Trier schrieb: „Ich habe Angst um Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit in der Klimakrise“.

Besonders in der Stresemannstraße am dortigen Fußgängerüberweg kam es einem sehr langen Rückstau bis zur Kreuzung Kaiserstraße. Die Polizei rückte mit Blaulicht und Martinshorn mit zwei Polizeibussen  und zahlreichen Kräften an. Der Aktivistin wurde noch einige wenige Minuten das sitzen auf der Straße gewährt, bevor sie dann widerstandslos aufstand und den Weg frei machte. Währenddessen kam es zu Applaus von umstehenden Passanten. Die Autofahrer jedoch zeigten ihren Unmut mit Hupen und lauten Sprüchen.

Extinction Rebellion setzt sich mit friedlichem zivilen Ungehorsam für einen repräsentativen Bürger:innenrat ein, der Maßnahmen gegen den drohenden ökologischen und zivilisatorischen Kollaps beschließen soll. Die Bewegung fordert die Politik auf, den Klimanotfall anzuerkennen und Klimaneutralität bis 2025 zu erreichen. Sie wurde 2018 in UK gegründet und ist mittlerweile in über 70 Ländern auf sechs Kontinenten vertreten. In Deutschland gibt es circa 130 aktive Ortsgruppen.