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Trier. Seit Februar leitet Andrea May die Stadtbücherei Trier. Sie ergänzt als Erziehungswissenschaftlerin und Medienpädagogin die bibliothekarischen Kompetenzen des Teams. Die coronabedingte Schließung der Stadtbücherei Trier am 13. März hat den Betrieb völlig verändert. Die besondere Situation bedeutete für das Team ein temporäres Umdenken, was ihre Ideen für die Zukunft der Bücherei und die zeitliche Umsetzung betraf. Nach der Schließung im März fokussierte sich die Bücherei zunächst darauf, Medien wieder entleihbar zu machen, auch wenn die Räumlichkeiten von den Besuchenden nicht betreten werden durften. Für das Team war das eine große Herausforderung, denn normalerweise besuchen pro Monat rund 8000 Menschen die Bücherei und leihen etwa 17.000 Medien aus.

„Bib-light“-Ausweise großer Erfolg 

Manche Aktionen und Ideen der Stadtbücherei gehen schneller voran, andere langsamer. So war in diesem Jahr die Umgestaltung der Kinderbuchabteilung geplant, doch das eingeplante Geld wird jetzt anderweitig benötigt. Als großer Erfolg stellten sich die „Bib-light“-Ausweise heraus. Mit dem im März eingeführten Angebot kann man kostenlos 30 Tage lang die Onlineangebote nutzen. Der unbürokratische Zugang zur Bücherei und ihren Angeboten ist May ein besonderes Anliegen: „Alles, was zu den Zugang zu uns erschwert, soll abgebaut werden.“ Die Online-Ausleihen haben in den letzten Monaten zugenommen. Eine Entwicklung, die langfristig wohl auch so passiert wäre, aber durch Corona nun beschleunigt wurde.

Neues Veranstaltungskonzept „LeseWerkRaum“

Bürgermeisterin Elvira Garbes betont, dass zwar viele nach „so viel Normalität wie möglich streben“, aber natürlich die Sicherheit und Gesundheit der Besuchenden und Mitarbeitenden im Vordergrund stehe. Das neue Veranstaltungskonzept „LeseWerkRaum“ bietet gleichzeitig Sicherheit und Innovation. Neue Formate werden ausprobiert aber auch Altbewährtes aufgegriffen, nur eben kleiner und unter Coronabedingungen. „Die Kombination aus analogen und digitalen Angeboten ist ein erster Schritt der Stadtbücherei, vor allem bei Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu fördern und die Bücherei für alle Altersgruppen auch als interessanten Lernort erlebbar zu machen“, so Bildungs- und Jugenddezernentin Garbes

100.000 Menschen besuchen die Bücherei im Jahr 

Als neue Leiterin will May neue Kooperationspartner für die Weiterentwicklung der Angebote der Bücherei finden, um so Interesse zu wecken bei Bürgerinnen und Bürgern, die bisher keinen oder wenig Kontakt zur Bücherei hatten: „Ich möchte alle Interessierten unsere wunderschöne Bücherei zugänglich machen und allen Altersgruppen etwas anbieten“. Das Bildungs- und Medienzentrum, zudem die Bücherei gehört, bietet hier Anknüpfungspunkte. Dessen Leiter Rudolf Fries ist es ebenfalls ein Anliegen, attraktive Bildungsangebote zu schaffen. Er sieht die Bücherei im Palais Walderdorff als einen „Dritten Ort“ neben Beruf und Schule: „Hier kommen die Menschen nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Informieren, Spielen, Schreiben oder Lernen hin. Die Bücherei verfügt über eine hohe Aufenthaltsqualität, wie das Verhältnis von Besucherinnen und Besuchern und ausgeliehenen Medien zeigt. Jährliche besuchen circa 100.000 Menschen die Bücherei, die Anzahl der Ausleihen nimmt aber ab“, berichtet Fries.