Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz zeigt sich beunruhigt zu Überlegungen, die Grenzen zu Deutschlands Nachbarn wieder stärker zu kontrollieren. Hintergrund sind Überlegungen, die Ausbreitung der hochansteckende sog. „Britische Mutation“ des Corona-Virus durch eine stärkere Kontrolle des Grenz- und Reiseverkehrs einzudämmen.

Schartz spricht sich zum wiederholten Male gegen restriktive Grenzkontrollen oder gar Grenzschließungen aus. „Die enge Vernetzung der Grenzregionen lässt Grenzschließungen kaum noch zu. Zudem sollte man aus den Erfahrungen der Frühjahrs gelernt haben, dass weniger die Grenzschließungen, als vielmehr andere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beigetragen haben“, so Schartz. Die Besorgnis hinsichtlich der neuen Corona-Variante sei sicher nicht unbegründet. Aber angesichts niedriger Inzidenzwerte in der Region Trier und auch im Nachbarland warne er vor übereilten Schritten. Man müsse nicht angemessen reagieren, sondern auch die Folgen der Frühjahrs-Grenzschließungen nicht aus dem Auge lassen. „Damals nahm das freundschaftliche Nachbarschaftsverhältnis nicht wenig Schaden. Und dies dürfe man nun nicht ohne weiteres erneut riskieren“, so der Landrat.

Gleichzeitig wiederholt Schartz seine Forderung, dass staatliche Maßnahmen sei es von luxemburgischer oder von deutscher Seite mit den betroffenen Kommunen abgestimmt werden müssten. „Wir vor Ort müssen solche Maßnahmen umsetzen, wir vor Ort müssen den tausenden Grenzgängern diese Maßnahmen erklären und wir vor Ort müssen den Unmut aushalten“, so Schartz. Daher fordert er zudem eine Aufklärung über die aktuellen Gerüchte, die zu einer großen Verunsicherung in der hiesigen Bevölkerung führten.