9 Euro-Ticket für den ÖPNV: So soll das Ticket funktionieren

In den Sommermonaten wird der ÖPNV so günstig wie nie. Mit dem 9 Euro-Ticket können bundesweit Busse und Bahnen genutzt werden. Was es rund um das Ticket zu wissen gibt, hat der VRT beantwortet:
Das 9 Euro-Ticket wird es voraussichtlich ab 01. Juni 2022 geben. Symbolbild: Unsplash/ Ina Carolino

Bundesweit gültiges 9 Euro-Ticket

Das 9 Euro-Ticket wird zum 01. Juni 2022 eingeführt und gilt deutschlandweit im Nahverkehr. Gültig ist es vom 01. Juni bis 31. August 2022. Innerhalb dieser drei Monate bekommen Fahrgäste die Tickets günstiger. Es kostet 9 Euro und ist jeweils bis zum Ende des Monats, in dem es gekauft wurde, gültig. Das Ticket gilt bundesweit für Busse, Straßenbanen, S-Bahnen, U-Bahnen sowie Regionalzüge. Ausgenommen sind Fernzüge – die Tickets gelten also nicht für ICE-, IC- und EC-Verbindungen.

Beispiel: Wer von Trier nach München fahren möchte, kann das ab Juni voraussichtlich für 9 Euro machen. Laut Auskunft der DB App dauert die Reise knapp neun Stunden – und beinhaltet fünf Umstiege. Wer lieber einen Stralsunder Bismarck Hering probieren will, kann mit dem 9 Euro Ticket in die Hansestadt fahren – die Reise dauert zwischen 14 und 18 Stunden.

Für wen gilt das 9 Euro-Ticket?

Der vergünstigte Preis soll während der drei Geltungsmonate auch für bestehende Abo-Kund:innen gelten, im VRT also auch für JobTicket-Inhaber:innen, Studierende mit Semesterticket und Schüler:innen mit SchülerMobilTicket Jahr sowie übrige Abo-Kunden (MobilTicket Jahr).

Erhalten Bestandskund:innen ihr Geld für die drei Monate zurück?

Bestandskundinnen und -kunden zahlen in den drei Geltungsmonaten ebenfalls jeweils nur 9 Euro. Voraussichtlich werden für die jeweiligen Monate lediglich 9 Euro abgebucht werden. Bestandskund:innen müssen dann nichts tun.

Bei Tickets, die im Voraus bezahlt wurden, werde es voraussichtlich eine Erstattung geben. „Ihr behaltet euren bestehenden Vertrag und wir regeln die Umsetzung des Angebots. Gegebenenfalls müsst ihr hierzu später das Unternehmen kontaktieren, bei dem ihr euer Ticket gekauft habt. Wenn ihr ein Ticket bei den SWT gekauft habt, geht bitte zwecks Erstattung in das Stadtbuscenter an der Trevirispassage.“, so die Mitteilung des VRT. Die jeweilige Abokarte gelte dann automatisch deutschlandweit als 9-Euro-Monatskarte.

Verfügbarkeit des Tickets und Kaufmöglichkeiten

In der VRT-Fahrplan-App wird das 9-Euro-Ticket ab Montag, 23.05.2022, im Laufe des Vormittags verfügbar sein. Bei den meisten Verkehrsunternehmen wird man es ab dem 23. Mai kaufen können. Bei den Verkehrsunternehmen André, bkr mobility, EMV und Jozi Reisen wird das 9-Euro-Ticket ab dem 25. Mai in den Bussen erhältlich sein.

Laut VRT-Mitteilung soll es aber auch digital per App gekauft werden können sowie bei vielen der im VRT tätigen Verkehrsunternehmen direkt – auch beim Busfahrpersonal. Das 9-Euro-Ticket kann auch an den Automaten der Deutschen Bahn und bei anderen Verkehrsverbünden gekauft werden.

Was gilt für Pendler:innen nach Luxemburg?

Bei Inhaber:innen der DB-ÖkoCard (2. Klasse) wird der Abbuchungsbetrag in den Monaten Juni, Juli und August ebenfalls auf 9 Euro reduziert. Einmalzahler erhalten ihre Erstattung voraussichtlich im September. Die Bahn möchte ihre Abonnenten demnächst darüber informieren. Der Umgang mit 1.-Klasse-Kunden wird aktuell noch im Detail erarbeitet.

Busse der luxemburgischen RGTR-Linien (118, 132, 134, etc.), die in Deutschland fahren, wenden den rein luxemburgischen RegioZone-Tarif an und sind von der bundesdeutschen Gesetzgebung unabhängig. Deshalb gilt hier auch nicht das 9-Euro-Ticket. In Bussen der grenzüberschreitenden VRT-Buslinien (410, 455, 460) gilt das 9-Euro-Ticket, ebenso im Zug nach Luxemburg.

Für wen lohnt sich das 9 Euro-Ticket?

Das 9 Euro-Ticket lohnt sich wirklich für jeden. Nicht nur Abo-Kund:innen, die den ÖPNV bereits nutzen profitieren davon, sondern auch alle, die Busse und Züge ausprobieren wollen, erklärt der VRT. In manchen Fällen lohne es sich bereits ab einer einzigen Fahrt im Monat.

Gibt es eine Kündigungsfrist?

Das 9 Euro-Ticket ist eine Monatskarte und endet automatisch, es muss keine Kündigung erfolgen. Die Rabatt-Aktion erlischt automatisch am 31. August 2022.

Ist das 9-Euro-Ticket personenbezogen oder übertragbar?

Die Fahrkarte ist personenbezogen und wird auf den Namen einer Person ausgestellt.

Darf ich im Nahverkehrszug auch 1. Klasse fahren?

Das 9 Euro-Ticket erlaubt nicht die 1.-Klasse-Nutzung in Zügen. Eine 1. Klasse-Berechtigung kann bei Bedarf zu den regulären Preisen einfach zugekauft werden.

Kinder und das 9 Euro-Ticket

Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos in Begleitung eines Erwachsenen mit gültigem Ticket. Kinder ab 6 Jahren zahlen wie alle Nutzer:innen der 9 Euro-Tickets 9 Euro pro Kalendermonat für den öffentlichen Nahverkehr in ganz Deutschland. Es gibt bei diesem Sonderangebot kein extra Kinder- oder Jugendticket.

Behalte ich als Bestandskund:in meine Vorteile der Mitnahmeregelung?

Während des Gültigkeitszeitraums des 9-Euro-Tickets behalten Bestandskund:innen voraussichtlich ihr Ticket und zahlen nur weniger. „Insofern ihr also ein JobTicket oder ein MobilTicket des VRT habt, bleiben innerhalb des VRT die üblichen Mitnahmeregeln bestehen. Ihr könnt also weiterhin – auch während ihr ausnahmsweise drei Monate lang nur 9 Euro für euer Ticket zahlt – nach 19 Uhr sowie an den Wochenenden einen weiteren Erwachsenen sowie bis zu drei Kinder mir eurem Ticket mitnehmen.“ Die Regelung gilt allerdings nur in „unserem“ Verbundgebiet, so der VRT abschließend.

Werden die Preise jetzt dauerhaft gesenkt?

Das 9 Euro-Ticket ist eine einmalige Sonderaktion für insgesamt drei Monate. Sie wurde vom Bund im Rahmen des Energie-Entlastungspaketes beschlossen und wird auch vom Bund finanziert. Ab 01. September gelten im öffentlichen Nahverkehr wieder die normalen Preise, welche aber schon heute von den Kommunen und dem Land Rheinland-Pfalz gestützt werden.

Wer vorher noch nicht Busse und Züge genutzt hat und durch das 9 Euro-Ticket auf den Geschmack gekommen ist, überlegt sich vielleicht, ob er oder sie künftig nicht häufiger öffentlich fahren möchte.

 

Pressemitteilung VRT, Eigener Bericht