März war teuerster Tank-Monat aller Zeiten – Preissteigerung bei Diesel von 57 Cent

Noch nie gab es an deutschen Tankstellen einen derart massiven Anstieg der Spritpreise wie im März 2022. Innerhalb einiger Tage sprang der Benzinpreis um knapp 38 Cent nach oben, der Dieselpreis sogar um fast 57 Cent.
Symbolbild: Unsplash/ Dawn McDonald
Symbolbild: Unsplash/ Dawn McDonald

Einen so großen Anstieg der Preise für Benzin und Diesel wie im März 2022 gab es an den Tankstellen in Deutschland noch nie. Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen sprang der Benzinpreis im März um 37,6 Cent nach oben, Diesel verteuerte sich innerhalb von neun Tagen um 56,5 Cent, das zeigt die aktuelle ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise.

Rekordpreise im März

Am 01. März kostete ein Liter Super E10 1,827 Euro und erreichte am 14. März ein neues Allzeithoch von 2,203 Euro. Auch Diesel war am Monatsersten mit 1,756 Euro am preiswertesten, lag aber bereits am 10. März mit 2,321 Euro auf einem neuen Rekordniveau. Zum Monatsende hin hat sich die Situation an den Tankstellen tendenziell entspannt, das Preisniveau ist aber weiterhin „unangemessen hoch“, so der Automobilclub. Der Preis für einen Liter Super E10 lag am 31. März bei 2,022 Euro, Diesel kostete 2,107 Euro.

Historischer Anstieg der Spritpreise

Wie drastisch die Verteuerung an den Tankstellen tatsächlich war, zeigt auch der Vergleich mit den bislang niedrigsten Preisen des Jahres Anfang Januar. Am 07. Januar mussten die Autofahrerinnen und -fahrer für einen Liter Super E10 im Schnitt 1,644 Euro bezahlen. Damit hat sich Benzin innerhalb von knapp zwei Monaten um fast 56 Cent verteuert. Noch drastischer ist der Preisanstieg bei Diesel: Am 04. Januar lag der Dieselpreis noch bei 1,562 Euro, das waren rund 76 Cent weniger als am 10. März.

Februar als teuersten Monat abgelöst

Auch bei den Monatsdurchschnittspreisen zeigt die ADAC-Auswertung einen extremen Sprung nach oben: Im Monatsmittel kostete Super E10 2,069 Euro und damit knapp 33 Cent mehr als im Februar 2022, dem bis dato teuersten Monat aller Zeiten. Für Diesel mussten die Autofahrer:innen im März durchschnittlich 2,140 Euro bezahlen – ein Plus von 47,8 Cent gegenüber dem bisherigen Rekordpreis vom Februar.

Benzinpreis springt binnen weniger Tage um 37,6 Cent nach oben, Diesel um 56,5 Cent. Foto: ADAC

Der extreme Preisanstieg ist nicht gerechtfertigt

Die Entwicklungen der Rohölnotierungen im März kann die Preisentwicklung an den Tankstellen nach Ansicht des ADAC nur zum Teil erklären. Öl der Sorte Brent kostete beispielsweise nur kurzzeitig deutlich über 130 US-Dollar, sank aber im Verlauf des März wieder auf 105 Dollar. Anders die Kraftstoffpreise: Sie blieben über Wochen massiv überteuert und sind auch heute in ihrer Höhe angesichts des gesunkenen Rohölpreises und des Dollar-Kurses nicht mehr erklärbar, kritisiert der Automobilclub.

Genaue Kontrollen der Branche

Trotz der Sondereffekte durch den Krieg in der Ukraine muss die Normalisierung der Marktlage weitergehen und so die Preise an den Tankstellen weiter sinken.

Nach eigenen Angaben begrüße der ADAC die Pläne des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck, die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt zu stärken. Der Behörde mehr Rechte zur Kontrolle der Preise für Benzin und Diesel eingeräumt werden. Im Kern geht es darum, die Prozesse bei der Herstellung und dem Großhandel mit Kraftstoffen von der Ölförderung bis zur Zapfsäule zu beleuchten, erläutert der Automobilclub. Die intensivierte Beobachtung des Marktgeschehens durch die Markttransparenzstelle könne laut ADAC ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer Normalisierung des Preisniveaus sein.

Pressemitteilung ADAC (01.04.2022)