Tempolimit auf deutschen Autobahnen – Mehrheit dafür

Wegen des Krieges in der Ukraine wurde die Diskussion um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen befeuert. Mit langsamerem Fahrstil lasse sich Sprit sparen. Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten für ein generelles Tempolimit ist:
Die Mehrheit der Deutschen spreche sich für ein Tempolimit auf Autobahnen aus. Symbolbild: Pixabay/ ClimateWarrior

Die Debatte um ein Tempolimit auf deutsche Autobahnen erhitzt die Gemüter. Deutschland ist eines der wenigen Länder ohne generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Durch die Energiekrise wurde die Diskussion um die Einführung befeuert. „Wir müssen ab sofort noch mehr auf den Verbrauch von Energie schauen. Deshalb plädieren wir dafür, jetzt ein Tempolimit zu prüfen. Damit könnten wir sofort ein Einsparpotenzial heben.“, hatte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

In den Koalitionsverhandlungen der SPD, Grünen und FDP scheiterte die Einführung eines generellen Tempolimits.

Mehrheit für Tempolimit

Laut einer forsa-Umfrage, die gemeinsam von RTL und n-tv in Auftrag gegeben wurde, spricht sich die Mehrheit für ein generelles Tempolimit aus. 57 Prozent der befragten Autofahrer:innen hätten sich demnach für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h auf deutschen Autobahnen ausgesprochen.

Gegen das Tempolimit seien 39 Prozent der Befragten. Auffällig bei der aktuellen Umfrage sei laut RTL und n-tv, dass überwiegend Anhänger der Union, der SPD, der Linkspartei und insbesondere der Grünen für die Begrenzung sind. Mehrheitlich dagegen seien die Anhänger der FDP und der AfD.

Argumente für ein Tempolimit

Teil der Umfrage war es auch, die Autofahrer:innen nach den Gründen für oder gegen ein Tempolimit auf Autobahnen zu fragen. In einem Beitrag von RTL werden die Ergebnisse vorgestellt. Demnach sei für 85 Prozent der Befürworter:innen die Sicherheit im Straßenverkehr das Hauptargument. Auf dem zweiten Platz (76 Prozent) schaffte es die Verringerung klimaschädlicher CO2-Emissionen und für 52 Prozent sei ein guter Grund für die Einführung die möglichen Spriteinsparungen mit Hinblick auf den Ukraine-Krieg. Der Lärmschutz war für 34 Prozent der Befürworter:innen ein gutes Argument.

Einsparungen von CO2 und Sprit

Berechnungen des Umweltbundesamts haben ergeben, dass ein Tempolimit von 130 km/h die Treibhausgasemissionen bereits um 1,5 Millionen Tonnen reduzieren würde, was 600 Millionen Liter Sprit einsparen würde. „Während es sich beim CO2-Ausstoß um etwa fünf Prozent der Gesamtmenge handelt, sinkt der Kraftstoffgesamtverbrauch von Autos durch diese Maßnahme nur um knapp 1,5 Prozent.“, heißt es in einem Beitrag von „efahrer.com“.

Die Einsparungen werden mit Tempo 120 größer: Dann würden die Emissionen laut Berechnungen des Umweltbundesamts um jährlich 2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert – das seien umgerechnet 800 Millionen Liter Kraftstoff.

Angaben zur Umfrage

Den Befragten wurden folgende Fragen gestellt: Sind sie für ein Tempolimit? (ja/nein), Warum sollte ein Tempolimit eingeführt werden?, Ist der Grund Ihrer Zustimmung die derzeit steigenden Energiepreise und der Konflikt mit Russland? (ja/nein), Glauben Sie, dass ein Tempolimit, tatsächlich so viel einspart, um unabhängiger von russischer Energie zu werden? (ja/nein) – so die Angaben von RTL. Befragt wurden 1.001 Personen im Zeitraum vom 02. bis 03. Mai 2022.

Beitrag Umweltbundesamt (01.04.2022), Artikel von RTL (06.05.2022), Artikel von efahrer.com (10.05.2022), Artikel von Tagesspiegel (31.03.2022)