Wegen Tankrabatt ab Juni: Tankstellen warnen vor Engpässen

Von Juni bis August wird die Steuer auf Kraftstoffe gesenkt. Die Maßnahme ist Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung, um Bürger:innen angesichts der hohen Spritpreise zu entlasten. Wenn der Sprit aber billiger wird, warnen Tankstellenbetreiber:innen vor möglichen Engpässen.
Pixabay/ ElasticComputeFarm
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Unter anderem der SPIEGEL berichtet von möglichen Engpässen an den Zapfsäulen, sobald der Tankrabatt eingeführt wird. Ab 01. Juni bis 31. August wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt, was laut Tankstellen-Betreiber:innen für Probleme sorgen kann. Der Bundesrat hat am heutigen Freitag, 20.05.2022, dem Entlastungspaket der Ampel-Koalition zugestimmt. Damit ist der Weg für billigere Spritpreise und das 9 Euro-Ticket frei. Mehr zum 9 Euro-Ticket: So soll das 9 Euro-Ticket im ÖPNV funktionieren.

Diesel und Benzin für drei Monate billiger

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Freier Tankstellen, Duraid El Obeid, warnt gegenüber der Rheinischen Post: „Eine hohe Nachfrage der Autofahrer wird auf ein niedriges Angebot stoßen“. Die Energiesteuer wird am 01. Juni gesenkt – das bedeutet der Diesel wird um 14,04 Cent pro Liter und Benzin um 29,55 Cent pro Liter billiger.

Dabei gehe die Steuerbelastung sogar noch weiter zurück, heißt es im Bericht von Tagesspiegel. Auf den entfallenen Teil der Energiesteuer werde auch keine Mehrwertsteuer mehr fällig. Das Bundesfinanzministerium habe bestätigt, dass die steuerliche Entlastung insgesamt bei 35,2 Cent pro Liter Benzin und 16,7 Euro pro Liter Diesel liegt.

Ansturm ab Juni erwartet

Mit den sinkenden Spritpreisen erwarten die Tankstellenbetreiber:innen einen Ansturm an den Zapfsäulen, was wiederum zu vorübergehenden Engpässen führen könne, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands Fuels und Energie (En2x), Christian Küchen. Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen rät daher, wegen drohender Engpässe am 01. Juni den Tank davor nicht komplett leerzufahren.

Doppelte Herausforderung für Tankstellen

Gegenüber der Rheinischen Post habe Küchen zudem erklärt, dass die Senkung der Energiesteuer die Tankstellenfirmen vor eine „doppelte Herausforderung“ stelle:

Zum einen würden die Tankstellen versuchen, ihre Bestände bis zum 1. Juni stark herunterzufahren, um so wenig hoch versteuerten Sprit wie möglich ab Juni billiger weiterverkaufen zu müssen, schreibt der SPIEGEL. Zum anderen ist aber damit zu rechnen, dass mit Senkung der Energiesteuer massenweise Autofahrer:innen ihre Tanks befüllen wollen.

Tank vor Juni nicht leer fahren

Abschließend wird im SPIEGEL-Bericht die Problematik erläutert: Die Energiesteuer auf Treibstoff werde an den Raffinerien und Tanklagern erhoben und nicht an den Tankstellen selbst. „Jeder Liter Diesel, den die Tankstellen sich vor dem 1. Juni liefern lassen, kostet sie also 14 Cent mehr als ab dem 1. Juni, jeder Liter Superbenzin kostet sogar knapp 30 Cent mehr. Doch ab Juni sind dann insgesamt deutlich niedrigere Verkaufspreise zu erwarten, unabhängig davon, was die Ware beim Einkauf gekostet hat.“ Deshalb rät der Chef der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Schuldzinski: „Weil am 1. Juni Engpässe drohen, sollte niemand seinen Tank davor fast komplett leer fahren.“

Laut ADAC sei es möglich,  dass Tankstellen in den ersten Junitagen Kraftstoff, den sie im Mai gekauft haben, noch zum alten Preis weitergeben werden. Auch deshalb sollten Autofahrer:innen ihren Tank im Mai nicht komplett leer fahren, um gegebenenfalls erst einige Tage nach Monatsbeginn zum Tanken fahren zu müssen.

 

Artikel von SPIEGEL, Tagesspiegel (20.05.2022)