Am 8. Dezember klingeln alle Handys: Bundesweiter Warntag

Im Dezember wollen Bund, Länder und Kommunen alle Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle testen. Zeitgleich werden unterschiedliche Warnmittel von beteiligten Behörden und Einsatzkräften aktiviert.
Symbolbild: Unsplash/ Miguel A. Amutio
Symbolbild: Unsplash/ Miguel A. Amutio

Gemeinsam wurde von den Innenministerinnen und Innenminister von Bund und Ländern beschlossen, dass der Warntag in diesem Jahr am 08. Dezember 2022 stattfinden wird. Der erste bundesweite Warntag im September 2020 war „fehlgeschlagen“. Damals ist einiges schief gelaufen. 2021 wurde der ursprünglich geplante Warntag abgesagt, für dieses Jahr ist er nun am 08. Dezember geplant.

Ziel sei es, die Menschen in Deutschland über die unterschiedlichen Warnmittel in Gefahrensituationen zu informieren und damit auch stärker auf den Bevölkerungsschutz insgesamt aufmerksam zu machen.

Übung aller verfügbaren Warnmittel

Zeitgleich werden die beteiligten Behörden und Einsatzkräfte um 11:00 Uhr unterschiedliche Warnmittel aktivieren. Bei diesem gemeinsamen Aktionstag testen Bund und Länder, sowie teilnehmende Kreise, Städte und Gemeinden ihre Warnmittel. Bundesinnenministerin Nancy Faeser erklärt: „Wir müssen uns für die Zukunft besser für Krisenlagen wie Wetterextreme, Waldbrände oder Hochwasser wappnen. Dazu gehören vor allem moderne Systeme, um die Bevölkerung bei Gefahren schnell und zielgerichtet zu warnen.“ Deshalb gibt es den bundesweiten Warntag, damit neue Systeme getestet werden können, um im Ernstfall präzise nutzbar zu sein.

Handy-Warnung als Test für neues System

Erstmals werde auch eine Testwarnmeldung der höchsten Warnstufe bundesweit an Handys versandt. Das sei der erste Test für die Warnung per Cell Broadcast, informiert Faeser. Beim Cell-Broadcast-System wird eine Mitteilung – ähnlich einer SMS – an alle Handynutzer:innen verschickt, die sich im Bereich einer Funkzelle aufhalten. Anders als bei den Warn-Apps Nina und Katwarn werden damit auch Menschen erreicht, die kein Smartphone verwenden.

Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, erklärt, dass mit dem diesjährigen Warntag eine „intensive Testphase für Cell Broadcast eingeleitet“ wird. Diese bedeute einen neuen Stellenwert in der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung: „Während die Menschen die Testphase nutzen können, um sich mit dem neuen Warnkanal vertraut zu machen, werden wir mit dem Feedback und den Live-Rückschlüssen daraus die beteiligten Schnittstellen weiter bestmöglich aufeinander abstimmen. Dadurch wird es möglich, technische Anpassungen und Optimierungen so vorzunehmen, dass zum angestrebten Wirkbetrieb in 2023 Cell Broadcast optimal genutzt und in den Warnmix integriert wird.“

Neues System ab 2023

Aktuell werde gemeinsam mit den Mobilfunknetzbetreibern mit Hochdruck an der Einführung des neuen Warnkanals Cell Broadcast gearbeitet. Im Rahmen des Warntags soll der Warnkanal Cell Broadcast erstmalig getestet werden. Dazu soll eine Testwarnmeldung bundesweit versendet werden. Diese erscheint dann auf allen Endgeräten, die in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind und über die Empfangsfähigkeit von Cell Broadcast-Nachrichten verfügen. Die Mobilfunknutzerinnen und -nutzer werden bis zum Warntag über die Möglichkeiten informiert werden.

Ende Februar 2023 soll Cell Broadcast den Wirkbetrieb aufnehmen und die bisherigen Warnmittel wie die Warn-App NINA, Radio, Fernsehen oder digitale Werbetafeln ergänzen.

Pressemitteilung Bundesministerium des Innern und für Heimat (19.07.2022)