Amokfahrt-Prozess: Aussagen von Opfern und Zeugen

Am 01. Dezember jährte sich die Amokfahrt durch die Trierer Innenstadt, die fünf Menschen das Leben kostete und viele weitere verletzte. Einige von ihnen leider bis heute unter den Folgen. Seit August steht der 52-jährige Angeklagte vor Gericht. Ihm werden Mord in fünf Fällen sowie versuchter Mord in 18 weiteren Fällen vorgeworfen.
Im August 2021 begann der Prozess vor dem Trierer Landgericht. Foto: newstr
Im August 2021 begann der Prozess vor dem Trierer Landgericht. Foto: newstr

Opfer sagen vor Gericht aus

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer machten am Dienstagmorgen, 21.12021, Opfer und weitere Augenzeuginnen sowie -zeugen ihre Aussagen vor Gericht. Eine 70-Jährige berichtete wie der Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone raste. Sie hatte versucht, sich vor dem Wagen zu retten, wurde aber am Bein erwischt. Vor Gericht habe sie sich direkt an den Angeklagten gewandt und gefragt, wieso er sich nicht äußern würde. Bis heute sei die Frau nicht mehr in der Innenstadt gewesen. Oft wache sie nachts schreiend auf, träume von dem Wagen, der auf sie zuraste. Noch immer habe sie Angst vor schnell fahrenden Autos.

Psychischen Folgen lasten schwer

Von den psychischen Folgen des Gewaltverbrechens berichteten auch andere Zeuginnen und Zeugen. Eine 64-jährige Frau bekomme noch immer Herzrasen, wenn ein Auto an ihr vorbeifahre. Sie wurde während der Amokfahrt schwer verletzt, könne sich aber das Ereignis nicht erinnern. Ihre Erinnerung seien lückenhaft und setzen erst wieder ein, als Rettungskräfte sie versorgten, berichtete sie.

Ein weiterer Augenzeuge berichtete ebenfalls, wie der Wagen mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone gerast sei. Der 67-Järhige habe gesehen, wie eine Frau von dem Wagen erfasst wurde und durch die Luft geschleudert wurde.

Angeklagter schweigt weiterhin

Seit Beginn des Prozess am 19. August 2021 schweigt der mutmaßliche Amokfahrer. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fünffachen Mord und in 18 weiteren Fällen versuchten Mord vor. Im Oktober starb ein Mann, der während der Amokfahrt schwer verletzt wurde. Ob er auch an den Folgen der Tat verstarb, müsse noch abschließend geklärt werden.