Amokfahrt-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Der Prozess um die Amokfahrt in Trier nähert sich allmählich dem Ende. Am heutigen Freitag, 15.07.2022, wurden die ersten Plädoyers gehalten - den Anfang machte Oberstaatsanwalt Eric Samel:
Am 19. August 2021 begann der Prozess am Trierer Landgericht. Foto: newstr
Am 19. August 2021 begann der Prozess am Trierer Landgericht. Foto: newstr

Vor fast einem Jahr, August 2021, begann der Prozess um die Amokfahrt vor dem Trierer Landgericht. Der Prozess nähert sich allmählich einem Urteil. Am heutigen Freitag, 15.07.2022, wurden die ersten Plädoyers gehalten.

Lebenslange Haft für den Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten und die besondere Schwere der Schuld, berichtet unter anderem der Südwestrundfunk (SWR). Zudem werde die Unterbringung in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung gefordert. Laut psychiatrischem Gutachten sei der Angeklagte verminderte schuldfähig. Er leide unter Wahnvorstellungen sowie einer paranoiden Schizophrenie.

Laut Oberstaatsanwalt Eric Samel gebe keinen Zweifel daran, dass der 52-jährige Angeklagte Fahrer des Wagens war. Es gebe eine Fülle an Beweismitteln, die die Fahrt nachweisen, heißt es im Bericht des SWR. Dazu gehöre, dass die Vernehmung des Angeklagten gezeigt habe, dass die Tat nicht spontan war. Der 52-Jährige habe seinen „Wagen als Waffe“ genutzt, „gezielt Jagd auf Passanten“ gemacht und das Ziel sei „maximale Zerstörung“ gewesen, wird der Anwalt im SWR zitiert.

Auch ein Anwalt der Nebenkläger forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe mit besonderer Schwere der Schuld. „Der Angeklagte sollte dahin, wohin er hingehört: ins Gefängnis.“, wird der Anwalt im SWR zitiert. Der Mann dürfe der Gesellschaft nicht mehr begegnen, habe der Anwalt weiter gesagt.

Besondere Schwere der Schuld

In der Regel endet eine lebenslange Freiheitsstraße nach 15 Jahren. Wenn das Gericht die Schwere der Schuld anerkennt, wird die Haftstrafe verlängert.

 

Artikel SWR (15.07.2022)