Betrüger entlarvt: Polizeibeamte fassen „falsche Polizisten“

Spezialkräften der Polizei gelang es, zwei mutmaßliche Betrüger festzunehmen. Die beiden 29-jährigen Männer gaben sich als Polizisten aus und versuchten so, an die Wertsachen einer 62-Jährigen aus Idar-Oberstein zu kommen.

Die aangeblichen Polizisten forderten die Frau am Telefon auf, ihre Wertsachen zur sicheren Verwahrung zu übergeben. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Am Mittwoch, 12.01.2022, gelang es Spezialkräften der Polizei zwei mutmaßliche Betrüger (beide 29) festzunehmen.

Verdächtiger Anruf eines angeblichen Polizisten

Eine 62-jährige Frau aus Idar-Oberstein erhielt einen verdächtigen Anruf von einem Unbekannten, der sich als Polizeibeamter ausgab. Angeblich wurde in ihrer unmittelbaren Nähe eingebrochen und Daten der Frau gefunden worden.

Wertsachen an Polizei übergeben

Durch die Festnahme von vier Einbrechern habe der angebliche Polizist Kenntnis darüber, dass die Täter auch bei ihr einbrechen wollen. Deshalb solle die Frau ihre Wertsachen zur Sicherheit an die Polizei übergeben. Der unbekannte Anrufer soll die Frau aufgefordert haben, ihr Bargeld, Bankkarten, Schmuck und mehrere Goldmünzensammlungen in Tragetaschen zu legen und diese für die Abholung durch die Polizei an der Wohnungstür bereitzulegen.

Die Beamten der Kripo Idar-Oberstein berichten, dass gegen 18:00 Uhr ein Mann beobachtet wurde, der die Taschen abholte. Er wurde unmittelbar danach von den Beamten festgenommen. Zudem konnte in einem wartenden Taxi ein weiterer Täter dingfest gemacht werden. Die Täter waren mit einem Taxi aus Bremen angereist. Die 29-Jährigen wurden vorläufig festgenommen und am Donnerstag, 13.01.2022, der Haftrichterin vorgeführt.

Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“

Bei dem Delikt handelt es sich um die Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ (Callcenter-Betrugsdelikte). Mehrfach hat die Polizei bereits vor den unterschiedlichen Betrugsmaschen gewarnt. Dabei geben sich die Täter den älteren Menschen gegenüber als Polizeibeamte aus, die von Einbrüchen in der Nachbarschaft berichten, informiert die Polizei.

Nach einer Festnahme hätten sich Hinweise auf weitere potenzielle Einbruchsobjekte ergeben und dabei wären die Daten des Seniors oder der Seniorin aufgefunden worden. Die angeblichen Polizeibeamten fragen nach vorhandenen Wertgegenständen und bieten an, diese in Verwahrung zu nehmen, bis die Gefahr vorüber ist. Bei dieser Tatbegehungsweise nutzen die Täter das Vertrauen der Menschen in die Polizei aus und erbeuten häufig hohe Summen.

Bei vermeintlichen Anrufen von Polizeibeamten oder „Angehörigen in Notsituationen“ gelten folgende Hinweise:

  • Lassen Sie sich von solchen Anrufen nicht beunruhigen und legen Sie auf.
  • Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufenden ein.
  • Verständigen Sie die Polizei.
  •  Detaillierte Nachfragen zu Vermögen und Wertgegenständen werden durch die tatsächliche Polizei nie am Telefon getätigt.
  • Weder Polizei noch Justiz setzen Angerufene im Gespräch dermaßen unter Druck.
  • Trotz gegenteiliger Aufforderungen der Täterseite wenden Sie sich an Verwandte, Freunde oder sonstige Vertrauenspersonen.
  • Weitere Verhaltenshinweise bei Trickanrufen und anderen Betrugsmaschen finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/