Großeinsatz : Chlordioxid in Wasserwerk an der Riveristalsperre ausgelaufen – Spezialkräfte im Einsatz

An der Riveristalsperre ist es am Freitagmorgen, 29.07.2022, zu einem Großeinsatz für zahlreiche Feuerwehren gekommen.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Chlordioxid-Austritt bei Wartungsarbeiten festgestellt 

Gegen 9 Uhr heulten die Sirenen in den Orten rund um die Riveristalsperre. Hier kam es in einem Gebäude der Wasserwerke unterhalb der Talsperre zu einem technischen Defekt im Keller des Werkes. Infolge sind dort etwa 50 Liter Chlordioxid ausgelaufen. Als Mitarbeiter des Zweckverband Wasserwerke Ruwer am Morgen dort Wartungsarbeiten durchführen wollten, haben sie den giftigen Geruch wahrgenommen und den Notruf abgesetzt.

Zunächst wurde der Wald rund um die Talsperre abgesperrt. Viele Touristen kommen derzeit in den Ferien dort hin, um zu Wandern, für Spaziergänge und Fahrradtouren. Aber auch eine Kneippanlage ist in unmittelbarer Nähe. Auf dem nahegelegenen Parkplatz wurde ein Bereitstellungsraum eingerichtet.

Spezialanzüge kommen zum Einsatz 

Nach und nach rückten die Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Ruwer und die Einheiten des Gefahrstoffzuges an. Erst die Spezialisten des Gefahrstoffzuges konnten in das Gebäude eintreten. Denn vor Ort wurde eine Dekontaminierungsstraße aufgebaut. Hier wurden spezielle ausgebildete Feuerwehrkräfte in Spezial-Schutzanzügen gesteckt. Dann müssen diese durch eine Dusche und können ihre Arbeit im Gefahrenbereich aufnehmen.

In diesem Fall wurde im Keller das Leck begutachtet. Auf dem Boden bildete sich sichtbarer Nebel. Hierzu musste die Berufsfeuerwehr mit einem speziellen Belüftungsgerät anrücken, da sich der kontaminierte Raum im Keller ohne Fenster für einen Abzug befindet. In einem Auffangbecken, neben dem Gebäude, konnte das ausgetretene Chlorgas aufgefangen werden. Folglich wurden hier Behälter eingesetzt, um das Wasser aufzusammeln und fachgerecht abtransportieren zu können.

Keine Gefahr für die Bevölkerung und das Trinkwasser 

Hier sei gesagt, dass es zu keiner Verunreinigung in der Natur oder dem Trinkwasser gekommen ist. Alles konnte vor Ort aufgenommen werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung in Riveris oder der Umgebung bestand auch nicht, da sich der Austritt in einem verschlossenen Gebäude befand.

Nachdem alle Arbeiten in dem Wasserwerks-Gebäude abgeschlossen wurden, konnte der Kellerraum auch wieder gründlich mit Wasser gereinigt werden. Das Leck wurde verschlossen und wird noch folglich durch eine Fachfirma repariert. Die Kräfte in ihren Schutzanzügen sind dann in eine Dekon-Duschkabine und haben sich fachmännisch oberflächig gereinigt, die Anzüge ausgezogen und luftdicht verpackt.

Für die Einsatzkräfte, die in den Spezial-Schutzanzügen unter Atemschutz arbeiten mussten, wurden zahlreiche Getränke zur Einsatzstelle gebracht, da die Arbeiten bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad viel abverlangte von den Kräften vor Ort. Der Rettungsdienst blieb die gesamte Einsatzdauer für mögliche Notfälle vor Ort.

Großeinsatz für zahlreiche Feuerwehren 

Im Einsatz waren mehr als 50 Kräfte von FEZ, Führungsunterstützung und Wehrleitung VG Ruwer. Die Feuerwehren aus Riveris, Morscheid und Waldrach. Der Gefahrstoffzug des Landkreises Trier- Saarburg mit den Feuerwehrstandorten in Rodt, Kasel, Reinsfeld, Freudenburg und Föhren. Die Berufsfeuerwehr Trier, das DRK Pluwig und die Polizei Schweich. Weiterhin der Zweckverband Wasserwerke Ruwer und die zuständigen Wasserbehörden.


Was ist Chlordioxid?

Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung aus Chlor und Sauerstoff. Chlordioxid wird für die Trinkwasseraufbereitung genutzt. Bei Raumtemperatur ist Chlordioxid ein bernsteinfarbenes, giftiges Gas mit stechendem, chlorähnlichem Geruch.

Riveristalsperre 

Die Riveristalsperre dient hauptsächlich der Stadt Trier und den Gemeinden Gutweiler, Korlingen und Sommerau zur Trinkwasserversorgung. Sie liegt in der Nähe von Riveris und Osburg am Rande des Osburger Hochwaldes und des Ruwertals im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. (Wikipedia)

 

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