Kraftanstrengender großer Waldbrand für 180 Kräfte bei Kautenbach- zwei Feuerwehrleute verletzt

Am Montagnachmittag, 29.08.2022 gegen 14 Uhr kam es zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu einem Großeinsatz kurz vor der Ortschaft Kautenbach, einem kleinen Ortsteil von Traben-Trarbach mitten im Wald.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Schon aus weiter Entfernung stieg aus dem Wald eine riesige Rauchsäule auf. Und ein enormer Kraftakt stand für die Einsatzkräfte bevor. Wie bereits am Freitag, 26.08.2022 brannte eine Waldfläche oberhalb der L 187 in einer Steillage.

Noch steilere Lage als zuvor 

Bei diesem Einsatz gab es mehrere Unterschiede zum vorherigen Großeinsatz. Die Lage war noch steiler und somit noch kraftaufwendiger als ohnehin schon. Es war glücklicherweise am Tag, aber das Feuer breitete sich in einer rasanten Geschwindigkeit aus. Ein weiterer Unterschied war, dass der Brand dieses Mal nicht neben der Landstraße ausgebrochen war, sondern mitten im Wald. Und die Flammen suchten sich den Weg den steilen Berg hoch.

Über 1200 Meter Schlauch verlegt 

Die ersten Einsatzkräfte stellten eine Steckleiter auf die Landstraße und zogen sich die Löschrücksäcke zur Waldbrandbekämpfung an. Dann mussten sie sich den sehr steilen Weg, quasi „erklettern“ und zum Brandort beizukommen. Zeitgleich fuhr man die Einsatzstelle von hinten an. Wieder wurden über 1200 Meter Schlauchleitung verlegt.

Unterstützung aus der Luft 

Die Feuerwehr berichtet, dass im Wald, die Sicht bei Null lag. Mit Atemschutz musste hier gearbeitet werden und die Flammen suchten sich in zwei Richtungen unkontrolliert ihren Weg. Schnell wurden mehrere Faltbehälter aufgebaut, um hier immer wieder Wasser beizubringen. Es brauchte mehrere Stunden, bis man tatsächlich die Flammen unter Kontrolle hatte. Aus der Luft wurde die Feuerwehr kurze Zeit von der Polizeihubschrauberstaffel RLP mit einem Abwurfbehälter unterstützt. Doch diese musste schnell eine Menschenrettung übernehmen und die Einsatzstelle schnell wieder verlassen. Wasser wurde aus der Mosel in Traben- Trarbach entnommen. Doch dann war der Einsatz noch lange nicht beendet.

Enorme Kraftanstrengung in Steillage

Nach und nach kamen immer mehr Feuerwehren auch Landkreisübergreifend zum großen Waldbrand. In der Steillage wurde nun die Waldfläche Meter für Meter mit Löschtrupps gelöscht, Aber nicht nur dass, der Boden musste quasi einmal komplett umgegraben werden. Eine große Kraftanstrengung für alle Kräfte im Wald.

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Zwei verletzte Feuerwehrkräfte, einer davon schwer verletzt

So gab es leider auch zwei verletzte Feuerwehrkräfte zu verzeichnen. Einer von ihnen, erlitt sogar schwere Verletzungen, sodass auch der Rettungshubschrauber mit Notarzt kommen musste. Beide kamen in umliegende Krankenhäuser. Aber auch grundsätzlich wurden große Mengen an Getränke zur Einsatzstelle befördert, um alle Kräfte bei weithin sehr warmen Temperaturen zu versorgen.

Hilfswelle von Landwirten und Winzer 

Nach und nach kamen auch unzählige Landwirte und Winzer mit allen Fässern, die es nur um Moselland zur Verfügung gab. Eine richtige Hilfsaktion kam ins Rollen. Mit großen, aber auch kleinen Fässern, wurde Wasser aus der Mosel zum Waldbrand transportiert und die Feuerwehrautos immer wieder neu eingespeist. Auch eine Fachfirma entsendete einen großen LKW mit 30.000 Liter Tankwagen. Der Hochbehälter der Stadt war schnell leer gepumpt, so war man sehr dankbar für diese großartige Hilfe.

5,5 Hektar Wald verbannten

Koordiniert wurde der Einsatz wieder von einem Waldparkplatz bei Kautenbach, so sich die Einsatzleitung aufgebaut hatte. Zudem kam die Drohne des Landkreises zum Einsatz, und machte sich von oben immer wieder ein Bild, auch mit der Wärmebildkamera von der Lage. So konnte man auch schnell feststellen, dass eine Fläche von etwa 5,5 Hektar Wald verbrannte.

Bürgermeister macht sich Bild der Lage 

Zum Abend hin mussten große Masten zum Ausleuchten der Einsatzstelle hinzugezogen werden, Auch gab es weitere Alarme für entferntere Feuerwehren, um die Kräfte, die schon stundenlang im Einsatz waren, auszutauschen. Die SEG Verpflegung des Landkreises rollte an, um alle Einsatzkräfte zu verpflegen. Auch kam am Abend wieder der Polizeihubschrauber, um aus der Luft zu unterstützen. Auch der VG-Bürgermeister kam zur Einsatzstelle, um sich ein Bild der Lage zu machen. Die Landstraße war für die Dauer des Einsatzes komplett gesperrt.

Kreisübergreifender Einsatz 

Im Einsatz waren etwa 180 Kräfte von FEZ, Führungsstaffel und Wehrleitung VG Traben-Trarbach, der BKI und stellv. BKI des Landkreises, die Drohneneinheit des Landkreises. die Feuerwehren aus Longkamp, Traben, Trarbach, Kinheim, Kröv, Burg/ Mosel, Wolf, Reil, Bernkastel-Kues, Noviand, Enkirch, Zeltingen-Rachtig, Zell, Lötzbeuren, Raversbeuren, Sohren-Büchebeuren, Simmern, Wittlich. Zudem das DRK Traben-Trarbach, der DRK OV Traben-Trarbach, die SEG des Landkreises, der OrgL und die Polizei Zell, Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues. Der LBM Bernkastel- Kues und die Hubschrauberstaffel RLP. Der Einsatz dauerte bis zum Dienstagmorgen 3:30 Uhr an und war nach mehr als 13 Stunden beendet.

 

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