Mehrere Phosphorgranaten im Eifelkreis gefunden- eine detoniert und verletzt Polizeikräfte

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm kam es in den letzten 24 Stunden zu Einsätzen der besonderen Art.
(c) Polizei
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Funde von Munition im Wald und auf einem Feld 

In Sengerich und Sellerich wurden hier insgesamt drei Phosphorgranaten entdeckt. Wie die Polizei berichtet entzündete sich bereits am gestrigen Dienstag, 19.07.2022 ein solches Munitionsstück in Sengerich in der Nähe eines Maisfeldes. Hier kam zufällig ein Feuerwehrangehöriger vorbei und entdeckte den Brand. Durch die Feuerwehr Eschfeld wurde das Feuer schnell gelöscht. Nur kurze Zeit später wurde bei Waldarbeiten im Wald bei Sellerich eine weitere Phosphorgranate entdeckt, die aber nicht in Flammen auf ging.

Polizei wird bei Detonation verletzt 

Am heutigen Mittwochmorgen, 20.07.2022 gegen 7 Uhr entzündete sich im Wald bei Sellerich eine weitere Granate. Hier hatte eine aufmerksame Autofahrerin den starken Rauch gesehen und vermutete einen Waldbrand, Umgehend wurden zahlreiche Feuerwehren alarmiert. Die ersteintreffende Polizei wollte den Brand mit einem Feuerlöscher löschen. Doch die Granate detonierte. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen.

Die beiden Polizeikräfte wurden aber verletzt und mussten ins Krankenhaus. Am Mittag konnten sie wieder nach einer Behandlung entlassen werden. Sie wurden nicht ernsthaft verletzt.

Kampfmittelräumdienst rückt an 

Der Kampfmittelräumdienst rückte immer wieder an und transportierte die Weltkriegsmunition ab. Bei den Einsätzen am Dienstagnachmittag in Sengerich und Mittwochmorgen in Sellerich waren mehrere Feuerwehren der VGV Arzfeld und VGV Prüm, die Feuerwehr aus Prüm, sowie die Werksfeuerwehr der Arla im Einsatz.

Hinweise der Polizei 

Im Zusammenhang mit den aktuellen Funden der Phosphorgranaten wird eindringlich vor Gesundheitsschäden durch die austretenden Phosphorgase gewarnt. Die oft schwer erkennbare Kampfmunition aus dem 2. Weltkrieg entzündet sich nach jahrzehntelanger Liegezeit unvermittelt, weshalb immer einer großer Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Diese fangen bei starker Hitze an zu qualmen und können durchaus explodieren.

Bereits im August 2018 gab es einen ähnlichen Fall. Im Wald an der L151 zwischen Zerf und Weiskirchen qualmte stundenlang eine solche Phosphorgranate und löste einen Großeinsatz aus.

Pressemitteilung Polizei Prüm