Idar-Oberstein: Angeklagter gesteht tödlichen Schuss auf Tankstellen-Mitarbeiter

Der wegen Mordes und unerlaubtem Waffenbesitz angeklagte 50-Jährige hat die Vorwürfe eingeräumt. „Ich bereue es zutiefst“, habe der Angeklagte (50) in einer schriftlichen Stellungnahme über seinen Anwalt verlesen lassen.
Im September schoss der mutmaßliche Täter in der Tankstelle auf den 20-jährigen Mitarbeiter. Foto: Andreas Sommer/ newstr
Im September schoss der mutmaßliche Täter in der Tankstelle auf den 20-jährigen Mitarbeiter. Foto: Andreas Sommer/ newstr

Vor knapp einem halben Jahr wurde ein 20-jähriger Mitarbeiter wegen eines Streits um die Maskenpflicht in einer Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen. Seit Montag steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Bereits zu Prozessbeginn am Montag, 21.03.2022, sagte der Verteidiger, dass sein Mandant die Tat bereue und sich dazu äußern werde, berichtete der Südwestrundfunk (SWR) im Vorfeld. Am heutigen Freitag, 25.03.2022, wurde der Prozess fortgesetzt und der Angeklagte hat die Tat gestanden.

Angeklagter gibt Geständnis ab

Der Angeklagte hat am heutigen Prozesstag die schweren Vorwürfe eingeräumt. „Ich bereue meine Taten und schäme mich“, habe der Angeklagte über seinen Anwalt erklären lassen, schildert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). In der vorgelesenen Erklärung habe sich der Angeklagte auch bei der Familie des Opfers entschuldigt. Weiter heißt es, dass er selbst über die Tat erschrocken sei und Schulgefühle habe.

Streit um Maskenpflicht

Am Abend der Tat, 18. September 2021, habe der Angeklagte bereits „sieben bis acht Halbliter-Dosen Bier intus gehabt“ und sich an der Tankstelle weiteres Bier kaufen wollen, trug aber keine Maske, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Nachdem der 20-jährige Mitarbeiter ihn auf die geltende Maskenpflicht hingewiesen hat, verließ er die Tankstelle nach einem Streit mit dem Mitarbeiter.

Nach circa anderthalb Stunden kehrte er nach eigenen Angaben mit einer Maske wieder zurück zur Tankstelle. Zuvor hatte er sich an einer anderen Tankstelle drei bis vier Halbliter-Dosen gekauft und diese zu Hause getrunken. Dort habe der Beschuldigte sich weiter über die Situation geärgert und beschlossen, dass er „diese nicht auf sich beruhen lassen“ könne. Mit einer Waffe kehrte er daher zurück zu der Tankstelle. An der Kasse habe er die Maske dann wieder heruntergezogen, um eine Reaktion des Kassierers zu provozieren, heißt es im Bericht der FAZ. Nachdem es zu einem kurzen Wortwechsel und der erneuten Aufforderung, die Maske aufzuziehen kam, schoss der 50-Jährige dem 20-jährigen Mitarbeiter ins Gesicht.

Wegen Mord und unerlaubtem Waffenbesitz angeklagt

Der Angeklagte habe beschrieben, „dass er sich am Tattag in einer psychisch schwierigen Situation befunden habe.“, schildert die FAZ. Die Corona-Maßnahmen hätten den Angeklagten zermürbt und auch beruflich sehr eingeschränkt. Er habe sich daher zunehmend isoliert und dabei wie ein Aussätziger gefühlt.

Artikel von FAZ, RND und SWR (25.03.2022)