Nach Kusel-Morden: Verdächtiger (32) schildert Tatverlauf

Nach den brutalen Morden nahe Kusel wurden zwei Tatverdächtige (32 und 38 Jahre) im Saarland festgenommen. Florian V. (32) dementierte im ersten Verhör, dass er selbst geschossen habe. Nun soll der Verdächtige weitere Details zum Tatverlauf genannt haben:
Am Tatort gefundene Ausweispapiere führten zu den mutmaßlichen Tätern. Foto: Florian Blaes
Am Tatort gefundene Ausweispapiere führten zu den mutmaßlichen Tätern. Foto: Florian Blaes

Am 31. Januar 2022 geraten die mittlerweile festgenommenen Saarländer Andreas S. (38) und Florian V. (32) am frühen Morgen in eine Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel. Während dieser Kontrolle fielen Schüsse und die beiden Polizeikräfte starben.

Am Tatort wurden Führerschein und Personalausweis des 38-jährigen Verdächtigen gefunden, die zu einer Festnahme am selben Tag führten. Bei der Durchsuchung wurde ein zweiter Tatverdächtiger, Florian V. (32), festgenommen.

Nach Festnahme: 32-Jähriger habe nicht geschossen

Nachdem die beiden Männer festgenommen wurden, machte der 38-jährige Verdächtige von seinem Schweigerecht Gebrauch. Der 32-jährige Beschuldigte sagte hingegen aus: Er habe gewildert, aber nicht geschossen. Bislang geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass beide Männer gemeinschaftlich am Mord beteiligt sind, weil sie gewerbsmäßige Wilderei vertuschen wollten.

Aussagen des Verdächtigen (32) belasten 38-Jährigen

Laut einem Bericht von Focus Online sollen weitere Details zur Tatnacht vorliegen. Konkret geht es dabei um Aussagen des 32-jährigen Tatverdächtigen Florian V., die Andreas S. (38) schwer belasten.

Der 32-Jährige habe den Tatverlauf aus seiner Sicht geschildert, berichtet Focus Online mit Verweis auf Justizkreise. Demnach seien die beiden Polizeikräfte auf den weißen Kastenwagen aufmerksam geworden, dessen Klappe offen stand. Während die Polizistin und ihr Kollege mit dem 38-jährigen Andreas S. sprachen, habe Florian V. (32) sich auf einer nahegelegenen Wiese um einen erlegten Hirsch gekümmert. Dann wurde er von Andreas herbei gerufen. Unterdessen, so der Bericht, habe die 24-jährige Polizeianwärterin nach dem Jagdschein gefragt und Andreas habe auf den Wagen verwiesen. „Er müsse es nur holen“, habe er gegenüber der Beamtin gesagt, heißt es im Bericht weiter. Wie sich bei den Ermittlungen herausgestellt hat, wurde ihm der Jagdschein bereits vor einigen Jahren entzogen.

Als nächstes habe der 38-Jährige mit einer Schrotflinte auf die Polizistin geschossen. Laut Schilderung des Tatverdächtigen (32) habe er das weitere Geschehen „fassungslos verfolgt“, heißt es im Bericht von Focus weiter. Der Oberkommissar habe sich zurück gezogen, in der Zeit wechselte Andreas S. die Waffe und feuerte auch auf den 29-jährigen Beamten. Der Schütze soll sich dann an Florian V. gewandt haben, mit den Worten: „Find‘ meinen Ausweis! Sonst lege ich Dich neben die zwei.“ Die Suche nach diesen blieb erfolglos. Die Ausweispapiere blieben am Tatort zurück und führten letztendlich zu der Festnahme beider Männer, die während der Fahndungen „in aller Seelenruhe das Fleisch der gewilderten 22 Damhirsche in ihrer Wurstküche“ zerlegten, heißt es im Medienbericht dazu.

Aus dem Bericht von Focus Online geht ebenfalls hervor, dass die Schilderung des Tatgeschehens noch überprüft werde. Zudem liege das Ergebnis einer Schmauchspur-Untersuchung bei beiden Tatverdächtigen noch aus.