Polizeiinspekteur schildert Details über Polizisten-Morde in Kusel

Der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei schildert am Dienstag neue Einzelheiten zum Polizistenmord in Kusel. Unter anderem erklärt er, wieso es zwölf Minuten dauerte, bis Verstärkung eintraf.
In einer Schweigeminute wurde den beiden getöteten Polizeikräften gedacht. Foto: Robin Hoffmann/ newstr

Jürgen Schmitt, Inspekteur der Polizei, habe im Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags Details zum Einsatz nahe Kusel bekannt gegeben, berichtet der SPIEGEL.

Verstärkung nach zwölf Minuten

Im Innenausschuss habe Polizeiinspekteur Jürgen Schmitt unter anderem berichtet, warum es zwölf Minuten dauerte, bis andere Streifen am Tatort eintrafen, obwohl die später getöteten Beamten gemeinsam mit den Besatzungen zwei weiterer Fahrzeuge unterwegs waren, berichtet der SPIEGEL weiter.

Schmitt habe erklärt, dass dies mit dem Sicherheitskonzept zusammenhänge. Demnach seien Streifen dazu angehalten, Schutzausrüstung anzulegen, wenn sie an einen Tatort geschickt werden, an dem bereits Schüsse gefallen sind. Dazu gehörten schwere Schutzhelme und Westen sowie eine Maschinenpistole. Laut Polizeiinspekteur führe das Anlegen zu einer „gewissen Zeitverzögerung“, heißt es im SPIEGEL weiter.

Funkspruch um 04:20 Uhr

Am Montag, 31.01.2022, hatten die beiden getöteten Polizeikräfte um 04:20 Uhr an einer Kreisstraße bei Kusel ein Fahrzeug kontrolliert. Über Funk berichteten sie von „dubiosen Personen“ und zahlreich erlegtem Wildtier im Wagen. Sie forderten Verstärkung an und riefen schließlich mit den Worten „Komm schnell, die schießen. Kommt schnell“ um Hilfe, gab die Polizei bei der Pressekonferenz nach der Festnahme bei der Tatverdächtigen bekannt. Ein 38- und ein 32-Jähriger aus dem Saarland wurden noch am selben Tag festgenommen. Sie sitzen wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Mordes und der gewerbsmäßigen Jagdwilderei in Untersuchungshaft.

Andere Streife traf um o4:32 Uhr am Tatort ein

Nach Angaben des Polizeiinspekteurs Schmitt waren am „Morgen nach der Kontrolle mit tödlichem Ausgang andere Streifen um 4.32 Uhr am Tatort.“, schreibt der SPIEGEL. Bei ihrem Eintreffen seien die beiden Opfer bereits tot gewesen. Die beiden Polizeikräfte waren in einem zivilen Polizeiauto unterwegs. Nach früheren Angaben der Polizei waren sie wegen der Bekämpfung von Eigentumskriminalität im Landkreis Kusel unterwegs. Sie observierten mit den Besatzungen zwei weiterer Polizeiwagen eine Person, die nicht im Zusammenhang mit den festgenommenen Verdächtigen stehen.