Spezialeinsatz in Gindorf: Verstorbener Waffennarr hortete Unmengen von militärischen Ausrüstungsgegenständen

Zu einem großen Spezialeinsatz kommt es aktuell in dem Eifelort Gindorf. Dort wurde in einem leerstehenden Haus große Mengen an Waffen und Munition gefunden.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Schock beim Betreten des Hauses

Es klingt wie ein schlechter Scherz, der dann doch in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. Im Januar 2022 ist in dem etwa 400 Einwohnerort Gindorf ein älterer, alleinstehender Mann gestorben. Er hatte das Haus schließlich an Nachfahren vererbt. Diese wollten nun das Anwesen räumen, um es wieder herzurichten. Doch was sie dort im Haus erwartete, schockierte sie.

Unzählige militärische Ausrüstungsgegenstände gefunden

Der im Januar verstorbene Hausbesitzer hatte zu Lebzeiten eine Vielzahl militärischer Ausrüstungsgegenstände gesammelt und diese im Anschluss in seinem Anwesen aufbewahrt. Das ganze Haus, in der oberen und unteren Etage, im Keller, in der Garage, im Schuppen – überall wurden Munition und Waffen gefunden. Schließlich wurde die Polizei darüber informiert und diese schaltete die zuständigen Behörden ein. Nach einer Begutachtung begann am heutigen Mittwoch, 01.06.2022, die Räumungsaktion in dem Haus. Hierzu musste die betroffene Straße für den Verkehr gesperrt werden.

Großeinsatz für die Spezialisten 

Beamte der Polizeiinspektion Bitburg und der Bereitschaftspolizei RLP durchsuchen derzeit gemeinsam mit Experten des Landeskriminalamts, des Kampfmittelräumdienstes sowie Mitarbeitern der Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm und der Verbandsgemeindeverwaltung Bitburger-Land, sowie der Feuerwehr das Anwesen. Raum für Raum wird hier sorgfältig untersucht. Immer wieder werden Granaten, Geschosse aus dem Weltkrieg, Munitionen aller Art und Waffen aus dem Haus und der Garage getragen. In der Einfahrt des Hauses werden die Funde untersucht und in Kisten sortiert verpackt. Palettenweise kommen hier militärische Gegenstände zum Vorschein.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Im Gespräch erklärt die Polizei vor Ort, dass auch teilweise noch scharfe Munition gefunden wurde. Diese wurde von den Kräften des Kampfmittelräumdienstes gleich vor Ort unschädlich gemacht oder sicher im Lkw für den Abtransport verpackt. Die derzeitigen Maßnahmen dienen dem Abtransport der Gegenstände sowie deren Beurteilung. Aktuell bestehen keine Gefahren für die örtliche Bevölkerung, das machte die Polizei deutlich klar vor Ort.

Mehrere Tage Räumung 

Ursprünglich war nur ein Tag für die Räumung vorgesehen, allerdings sind die Funde in einem solchen großen Ausmaß, dass man nun damit rechne, dass noch weitere Tage in Anspruch genommen werden müssen. Erst nach Abschluss der Arbeiten vor Ort, kann das Haus wieder für den Erben freigegeben werden.

Eigene Recherche