Sturm „Ylenia“: Umgestürzte Bäume, Sperrungen, abgedecktes Dach und Stromausfälle

In der vergangenen Nacht ist das Sturmtief "Ylenia" über Deutschland und unsere Region hinweg gezogen. Der Sturm hat für einige Einsätze und Schäden gesorgt:
(c) Florian Blaes (collage)
(c) Florian Blaes (collage)

Wir haben im Vorfeld mehrfach gewarnt, dass ein starker Sturm, teils mit Orkanböen, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 17.02.2022, über unsere Großregion ziehen würde. Dieser Sturm ist auch von BeNeLux her kommend über Rheinland-Pfalz und das Saarland gezogen, aber glücklicherweise nicht so stark wie zuvor berechnet. Trotzdem gab es zahlreiche umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen, ein abgedecktes Dach und Unfälle mit Blechschäden. Verletzt wurde in der Region Trier niemand. Stärker war der Sturm und Orkan weiter nördlich ab Nordhein-Westfalen bis zur Nordsee. Wir sind „mit einem blauen Auge“ davon gekommen. Hier nun der Überblick der Ereignisse:

Umgestürzte Bäume im Hochwald/ Hunsrück 

Im Hochwald kam es im Laufe der Nacht zu zahlreichen umgestürzten Bäumen. Zum frühen Donnerstagmorgen, 17.02.2022, hin wurden es so viele, dass der LBM mehrere Strecken sperren musste.

Die K75 zwischen Kell am See und Reinsfeld und L 146 zwischen Reinsfeld und Holzerath wurde ab 4 Uhr gesperrt. Um 5:30 Uhr wurde die Strecke L 142 Hirschfelderhof Richtung Weiskirchen bis zur Kreuzung nach Waldweiler gesperrt. Hier beseitigte der LBM zuvor zwei umgestürzte Bäume und ein dritter umgestürzter Baum wurde durch die Feuerwehr Weiskirchen von der Straße geschnitten. Danach entschied man sich die Strecke endgültig zu sperren, da die Gefahr zu groß war.

Um 6:40 Uhr musste dann die K 43 zwischen Lampaden und Heddert gesperrt werden. Hier waren mehrere Bäume umgestürzt. In einen Baum fuhr in der Dunkelheit ein Auto. Hier blieb es glücklicherweise nur bei Blechschäden. Auf der L 151 zwischen Thomm und Farschweiler stürzte gegen 3:20 Uhr ein Baum um, der von der Feuerwehr beseitigt wurde. Der LBM beseitigte noch zwei Bäume auf der B407 Höhe Waldweiler und zwei Bäume rund um Thalfang.

Straßen wieder freigegeben

Nach Sonnenaufgang und nachdem heller wurde, konnten sich die Mitarbeiter des LBM an die Arbeit machen. In mehreren Kolonnen wurden die gesperrten Straßen angefahren und die quer liegenden Bäume beseitigt. Mit einem Kran wurden dann die Stämme und Äste in den Wald gehoben, sodass keine Gefahr mehr auf und an der Straße ausgehen konnte. Diese Arbeiten dauerten mehrere Stunden. Nach und nach konnten dann die gesperrten Straßen bis letztendlich um 11:30 Uhr wieder für den Verkehr freigeben werden. Dennoch muss man in den bewaldeten Gebieten langsam fahren und Acht geben. Es können weiterhin Bäume umstürzen und große Äste abbrechen.

Schäden im Eifelkreis Bitburg-Prüm 

Hier waren die Feuerwehren vermehrt aufgrund umgestürzter Bäume im Einsatz.

Stromausfälle in VG Bitburger Land

Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Jürgen Larisch teilte mit: „In der Stadt Bitburg und allen Verbandsgemeinden im Eifelkreis (mit Ausnahme der VG Speicher) waren heute Nacht Feuerwehren im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Kurz nach 04:00 Uhr kam es in Teilen der VG Bitburger Land zu einem Stromausfall – betroffen waren: Kyllburg, Malberg, St. Thomas, Zendscheid, Usch, Wiersdorf, Biersdorf am See und Wißmannsdorf.“ Auf newstr.de- Nachfrage bei Westnetz teilte diese uns mit, dass es im Bitburger-Land zu zwei Ereignissen kam, an denen der Strom ausfiel.

Bei Dierscheid ist gegen 4:10 Uhr ein Holzmast abgebrochen. Die Folge war ein Stromausfall in Stahl, Wißmannsdorf, Rittersdorf, Hermesdorf, Wiersdorf, Biersdorf, Oberweis und Brecht. Um 5 Uhr konnte in den meisten Dörfern die Versorgung wiederhergestellt werden – außer in Biersdorf und Wiersdorf, dort war der Strom bis 6:15 Uhr unterbrochen.

Dann kam es zu einem zweiten Stromausfallschwerpunkt: In St. Thomas ist laut Westnetz ein großer Ast in die Mittelspannungsleitung gestürzt und auf der Leitung liegen geblieben. Das sorgte für einen mehrere Stunden andauernden Stromausfall in Kyllburg, Malberg, St. Thomas, Zendscheid und Mohrweiler.

Die Polizei teilte mit, dass es am Abend um 22:30 Uhr auf der B 50 zu einem Verkehrsunfall kam. Ein Autofahrer erkannte einen auf der Fahrbahn liegenden Baum zu spät und konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten. An seinem Fahrzeug entstand ein Sachschaden von circa 5.000 Euro. Glücklicherweise blieb der Fahrer aber unverletzt.

Auswirkungen in Wittlich-Land

Mit unter am stärksten waren auch die Sturmböen in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. Hier musste die Feuerwehr zu zahlreichen umgestürzten Bäumen ausrücken.

Gegen 2:20 Uhr kam  zu einem größeren Stromausfall  in Teilen der VG Wittlich Land. Betroffen waren die Orte Altrich, Bruch, Dreis, Salmtal und Bergweiler. Die Gerätehäuser der Feuerwehren sowie die FEZ wurden besetzt. Wie hier Westnetz auf newstr.de-Nachfrage mitteilte, war ein Baum in eine Freileitung zwischen Dreis und Bergweiler gefallen. Das hatte zufolge, dass die genannten Orte stundenlang keinen Strom mehr hatten.

Notstromaggregate in Bergweiler

Schlimmer war es in Bergweiler: hier kamen die Westnetz-Mitarbeiter bis zum Vormittag gar nicht durch und konnten dann erst zwei große Aggregate im Ort zur Notversorgung aufstellen. Bergweiler konnte bisher noch nicht an das Stromnetz wieder angeschlossen werden.

Orkanböe deckt Dach ab

Im gleichen Ort kam es auch zum wohl schwersten Einsatz und größten Schaden durch den Sturm der Nacht. In der Straße „Am Kaisergarten“ ist am frühen Morgen gegen 4 Uhr ein Dach von einer Orkanböe abgedeckt worden.

Hausbewohner Peter Klaas wurde von einem lauten Knall aufgeschreckt und eilte nach draußen. „Ich habe meinen Augen nicht mehr getraut, was ich da sah. Meine gesamte Dachhälfte war wie aufgeklappt und hing in der Luft.“, beschreibt er. Dann setzte er und seine Frau den Notruf ab und informierten die Feuerwehr. Diese rückte an und staunte auch zunächst nicht schlecht. In stundenlanger Arbeit versuchten die Einsatzkräfte das Dach wieder zurück zu schieben. Das gelang, trotz der starken Sturmböen. Mit Spanngurten wurde das Dach wieder notdürftig festgebunden. „Ich schätze, dass es ein Schaden von mindestens 20.000 Euro ist. Das Dach ist komplett hinüber und muss neu gedeckt werden“, so der Eigentümer des Hauses, der mit dem Reporter von newstr.de auf den Dachboden ging.

Die stärksten Böen in Rheinland-Pfalz gab es in Weinbiet in der Pfalz mit 132 km/h um 3:20 Uhr und somit voller Orkanstärke. Am Tag beruhigt sich das Wetter wieder allmählig. Der nächste Sturm steht allerdings wieder bevor. Dazu gibt es einen gesonderten Bericht und Warnungen.

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Eigene Recherche