Sturm „Zeynep“: Umgestürzte Bäume, Stromausfälle, verwehter Bus und Bierkisten

Es kam genauso, wie es vorhergesagt wurde und wie wir es in unserem Liveticker verdeutlicht haben: Sturm "Zeynep" ist über die Region gezogen und hat teilweise Schäden und Verwüstung hinterlassen.
Sturm "Zeynep" wütete am Freitag, 18.02.2022, in der Region. Fotos: Florian Blaes
Sturm "Zeynep" wütete am Freitag, 18.02.2022, in der Region. Fotos: Florian Blaes

Nachdem am Donnerstag bereits Sturm „Ylenia“ wütete, folgte am Freitag direkt der nächste Sturm „Zeynep“. Auf dem Wetterradar konnten wir am Freitagnachmittag, 18.02.2022, gut erkennen und mitverfolgen, wie eine markante Kaltfront von BeNeLux auf unsere Großregion aufgezogen kam. Diese Front war insoweit markant, weil sie eingelagert Gewitter mitbrachte und den teils Orkanartigen Sturm. Im Liveticker haben wir alle Entwicklungen festgehalten. Nachfolgend nun ein ausführlicher Überblick, was in der Region alles passiert ist:

Sturmschäden in Trier-Saarburg

Kaum hatte die Front den Landkreis Trier Saarburg erreicht, gab es auch schon die ersten Feuerwehr-Einsätze. So mussten die Feuerwehren zu zahlreichen umgestürzten Bäumen ausrücken, die auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen stürzten. Dabei wurden teilweise auch Leitplanken beschädigt. Glücklicherweise fiel kein Baum auf fahrende oder parkende Autos.

Umgestürzte Bäume gab es unter anderem auf der B 51 zwischen Trier und Bitburg, B 51 zwischen Ayl und Wawern, B 268 bei Greimerath, B 268 bei Vierherrenborn, L 141 zwischen Hirschelderhof und Weiskirchen, L 141 zwischen Hermeskeil und Gusenburg sowie K 69 zwischen Waldweiler und Weiskirchen. Auch in der Ortslage Krettnach stürzte ein Baum und beschädigte eine Straßenlaterne, zudem gab es auch bei Wasserliesch, Bekond und Ralingen umgestürzte Bäume.

Schäden an Stromleitung

In Leiwen stürzte ein Baum in eine Stromleitung. Durch die starke Zugkraft wurde ein Strommast komplett abgerissen und auf mindestens zwei Häusern wurden die Dachpfosten mit dem Stromkabel komplett niedergerissen. Durch die hohe Gefahr konnte die Feuerwehr hier nicht viel machen und sicherte bis zum Eintreffen des Energiebetreibers die Gefahrenstelle ab. Zu Stromausfällen im Landkreis kam es in Heddert, Zerf und Kell am See.

Aufgrund der großen Anzahl an Einsätzen innerhalb kürzester Zeit wurde in der Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Technische Einsatzleitung des Landkreises besetzt. Von hier aus wurden die Einsätze koordiniert.

Auswirkungen von „Zeynep“ in Bitburg-Prüm und Vulkaneifel

Auch in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Vulkaneifelkreis bot sich schnell das gleiche Bild an. Viele umgestürzte Bäume im ganzen Kreis – so zum Beispiel auf der B 51 bei Bitburg, K 21 zwischen Ferschweiler und Prüm zur Lay, auf der K 38 zwischen Speicher und Preist, auf der K 30 zwischen Idesheim und Idenheim und vielen anderen Orten.

Stromausfall in Südeifel

Um 19.47 Uhr kam es in der Südeifel zu einem flächendeckenden Stromausfall. Hiervon betroffen waren folgende Ortschaften: Sevenig, Koxhausen, Bauler, Affler, Karlshausen, Dauwelshausen, Scheitenkorb, Rodershausen, Übereisenbach, Gemünd, Waldhof- Falkenstein, Berscheid, Herbstmühle.
In den entsprechenden Orten wurden die Feuerwehrgeräte Häuser für den Notfall besetzt.

Bus von Straße geweht

Auf der L 46 zwischen Manderscheid und Blackhausen erfasste eine starke Böe einen Linienbus und drückte ihn den Straßengraben zur Seite. Der Busfahrer konnte sich unverletzt befreien. Die Strecke musste für die aufwändigen Bergungsarbeiten mit dem Kran für den Verkehr gesperrt werden.

Verwehte Bierkisten

In Bitburg stürzten, laut Medienberichten, zahlreiche Bierkisten der Bitburger Brauerei um und verteilten sich in einem großen Radius. In Steinborn, Idenheim und Bauler wurden die Feuerwehren jeweils zu abgedeckten Dächern gerufen. In Bauler wurde tatsächlich ein kleines Garagendach abgedeckt und flog durch die Luft. Hier nahm die Feuerwehr Sicherungsarbeiten durch. In den beiden anderen Orten gab es glücklicherweise nur lose Dachziegel.

Schäden in Bernkastel-Wittlich

Im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurden ebenfalls Schäden gemeldet. In Traben-Trarbach fiel ein Baum wegen des Sturm auf ein Haus und zerstöre Teile des Dach sowie den Stromdachständer. Weiterhin kam es auch zu umgestürzten Bäumen, so auf der L 164 zwischen Thalfang und Deuselbach, bei Mehrfeld und Schwarzenborn stürzten Bäume um.

Sturm wütet die ganze Nacht

Zum Abend hin beruhigte sich der starke Wind, es kam jedoch immer wieder zu stärken Böen durch die gesamte Nacht. So mussten auch die ganze Nacht durch immer wieder Feuerwehren ausrücken, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. In der Region kam es zu mehr als 100 Feuerwehreinsätze bedingt durch den Sturm. Die Stadt Trier kam glimpflich davon, so die Einsatzbialnz nach den Stürmen. Die stärkste Orkanböe in Rheinland-Pfalz gab es in Weinbiet mit 139 km/h.

Eigene Recherche