Tornado wütet in Urexweiler: 40 abgedeckte Dächer – unzählige umgestürzte Bäume

Im saarländischen Urexweiler im Landkreis St. Wendel ist am Donnerstagnachmittag, 17.11.2022, ein Tornado durch das Dorf gezogen. Die Schäden sind verheerend.
Schäden nach dem Tornado. Foto: Lukas Becker Feuerwehr
Schäden nach dem Tornado. Foto: Lukas Becker Feuerwehr

Von Frankreich zog das Unwetter ins Saarland

Urexweiler, ein Ortsteil der Gemeinde Marpingen mit 2.700 Einwohnern im Landkreis St. Wendel. Zu unserer Grenze der Region genau 20 Kilometer Luftlinie. Das dieser Ort am heutigen Freitag deutschlandweit in den Medien sein wird, hätte auch dort niemand für möglich gehalten. Auch wir hier bei News-Trier haben zwar vor Sturmböen und Gewitter gewarnt, aber was dann am Nachmittag passierte, ist vor allem für die Menschen in Urexweiler ein Schock.

Es ist etwa 14:05 Uhr als von Frankreich eine kleine Gewitterzelle in Richtung Saarland zieht. Nichts ungewöhnliches. Der Wetterkanal „Kachelmannwetter“ erkennt diese Front und gibt auf ihrer Seite eine Warnung heraus.

Es dauert nicht lange, um 14:35 Uhr erreicht die Front den Landkreis St. Wendel und richtet hier in Urexweiler und den Dörfern links und rechts davon große Schäden an. Schon fünf Minuten später hat das Wetterformat „Kachelmannwetter“ einen Tornado auf ihren Karten entdeckt und setzt einen entsprechenden Post ab.

Unzählige Notrufe bei der Feuerwehr

Dann ging es auch schon los: Ein Notruf nach dem anderen erreichte die integrierte Leitstelle auf dem Winterberg in Saarbrücken. Es kommen umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Stromausfälle rein. Die ersten Einsatzkräfte rücken zu den erstgemeldeten Notrufen aus und haben zunächst selbst Probleme überhaupt durchzukommen. Sie müssen sich quasi den Weg frei schneiden. Hier erkennen die Kräfte der Feuerwehr schnell, dass es sich um eine große Schadenslage handeln muss und sofort wurde Großalarm ausgelöst.

Tornado der Kategorie F1

In der heutigen medialen Welt halten viele Augenzeugen das Handy hin und können hier einen Tornado bestätigen, welcher durch den Ort Urexweiler zieht. Laut Augenzeugen waren Tornado ähnliche Winde von der Illinger Straße in Richtung der Grubenstraße  gezogen. Am späteren Nachmittag schrieb Kachelmannwetter im Wetterkanal „Nach allen uns vorliegenden Informationen können wir den Tornado bestätigen! Vorläufige Schätzung anhand der Schäden F1 (maximal F3).“. Ein Tornado der Stärke F1 entspricht einer Windstärke von 150 – 180 km/h.

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40 Häuser betroffen

Alleine im Marpinger Ortsteil Urexweiler gibt es schließlich 53 Einsatzstellen, die von der Feuerwehr abgearbeitet werden müssen. Bei 40 Häusern kam es zu Schäden an den Wohnhäusern durch abgedeckte Dächer, herumgeflogenen Dachziegeln und umgestürzte Bäume. Auch geparkte Fahrzeuge wurden durch die umherfliegenden Dachziegel beschädigt.

Doch nicht nur in diesem Ort gab es unwetterbedingte Einsätze. Auch rundherum gab es für die Feuerwehr einiges zu tun. Im Bereich Remmesweiler, Oberlinxweiler sowie Niederlinxweiler mussten die Wehren aufgrund umgestürzter Bäume und verschmutzen Fahrbahnen ausrücken. Die B 41 zwischen Oberlinxweiler und Niederlinxweiler war circa eineinhalb Stunden für den Verkehr gesperrt. Die Landstraße zwischen Remmesweiler und Urexweiler ist weiterhin gesperrt.

Das Wichtigste stand aber schon am Abend fest: Es wurde bei dieser schweren Unwetterlage niemand verletzt. Die Schadenshöhe kann aber derzeit noch nicht beziffert werden.

Innenminister und weitere Politiker eilen zum Unglück

Noch am Abend machten sich der Innenminister Reinhold Jost, Staatssekretär Thorsten Lang, Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Volker Weber und Landesbrandinspekteur Timo Meyer ein Bild von der Lage vor Ort. „Ein großes Dankeschön an die vielen Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und den Versorgungszug des DRK und den Energieversorgern die wieder großartig und koordiniert zusammenarbeiten, auch über die Kreisgrenze hinweg. Ich konnte mir ein Bild von der Lage machen und mit den Menschen sprechen. Beeindruckende Nachbarschaftshilfe. Beeindruckende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte, die wohl noch die ganze Nacht damit beschäftigt sind, Dächerlücken zu schließen. DANKE!“, so der Landrat Recktenwald.

Große Anzahl an Kräften im Einsatz 

Unterstützt wurde die Feuerwehren der betroffenen Ort  durch die Drehleiter St. Wendel-Kernstadt, die Drehleiter Ottweiler, der Drohne vom Katastrophenschutz Landkreis St. Wendel sowie dem Löschbezirk Illingen-Welschbach und den THW-Ortsverbänden im Landkreis St. Wendel. Die Verpflegung und Absicherung der Einsatzkräfte übernahm das DRK. Die Einsatzkräfte waren noch bis in die Nachtstunden die einzelnen Einsatzstellen abarbeiten. Nach den Sicherungsmaßnahmen durch die eingesetzten Einsatzkräfte und Firmen wurde der Strom nach und nach wieder zugeschaltet.

 

 

Eigene Recherche & Feuerwehren Landkreis St. Wendel & Kachelmannwetter