Unwetter: Bilanz Region Trier – ein Toter im Westerwald – zwei Tornados in NRW

Am Freitag, 20.05.2022, sind, wie angekündigt, teils schwere Unwetter über Deutschland gezogen. Auch in der Region Trier gab es Unwetter, aber wir sind mit einem "blauen Auge" davon gekommen.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Es wurde bereits mehrere Tage zuvor angekündigt, dass sich am Freitag, 20.05.2022, eine brisante Unwetterlage über Deutschland bilden wird. Von BeNeLux zogen sie auf und nahmen dabei an Intensivität zu. Je später es wurde, desto mehr Gewitter entwickelten sich. Die Region Trier kam dabei noch glimpflich weg. Es gab vollgelaufene Keller, Häuser und Garagen, Straßen wurden überschwemmt und Bäume stürzten um, aber all das ist nichts gegen die Schäden, die das enorme Unwetter in Nordrhein-Westfalen angerichtet hat.

Bilanz für die Region Trier 

In den Kreisen Bitburg-Prüm und Vulkaneifel stürzten vereinzelt Bäume um, die dann meist vom LBM beseitigt wurden. In der VG Prüm gab es mehrere vollgelaufene Keller und Häuser. So mussten in Prüm selbst und in Schwirzheim die Feuerwehren anrücken. Gleiches Bild in Daun, dort gab es vollgelaufene Keller. Es kam rund um Bleialf zu Hagelansammlungen und im Streifen von Arzfeld-Prüm-Daun gab es immer wieder kurzzeitig überflutete Fahrbahnen. Oftmals wurden besonders Maisfelder stark in Mitleidenschaft gezogen. Kleine Sturzbäche ergossen sich in die Täler und richteten dort Schäden auf den Feldern an.

In den anderen Landkreisen und der Stadt Trier kam es zu keinen Unwettereinsätzen, lediglich in Hermeskeil musste die Feuerwehr am Abend einen Keller leer pumpen. Die technische Einsatzleitung des Landkreises Trier-Saarburg hatte sich ab 16 Uhr in der Kreisverwaltung eingefunden, um von dort aus koordinieren zu können, falls es einer Unwetterlage kommen würde. Jedoch musste diese am Ende nicht tätig werden.

Bilanz Rheinland-Pfalz: Ein Toter 

Ganz tragisch wurde es in Wittgert im Westerwald. Dort wollte ein 38-jähriger Mann in seinen überfluteten Keller. Das Wasser stand nach einem Blitzeinschlag unter Strom, was der Mann nicht wusste. Er erlitt einen Stromschlag und stürzte in das Wasser. Alle Reanimationsmaßnahmen waren vor Ort erfolglos, er starb in seinem Wohnhaus.

Bei Montabaur im Westerwald musste die Polizei mehrere Straßen sperren, aufgrund von zahlreichen umgestürzten Bäumen. Anwohner:innen berichten dem Südwestrundfunk (SWR), diese sie eine Windhose gesehen. Bisher gibt es allerdings noch keine eindeutige Bestätigung dafür.

Im Kreis Mayen-Koblenz und Kreis Ahrweiler kam es zu enormen Hagelansammlungen. Teilweise standen die Straßen zentimeterhoch im Hagel. Viele Häuser und Autos wurden beschädigt, Scheiben komplett zerschlagen.

Bilanz für NRW: Zwei Tornados 

Und am heftigsten wüteten die Unwetter, wie es angekündigt wurde, in Nordrhein-Westfalen. Hier kam es zu zwei schweren Tornados, die Schneisen der Verwüstung hinterlassen haben. In Paderborn und Lippstadt haben sie Schäden in die Millionenhöhe angerichtet. Ganze Häuser wurden beschädigt, Autos durch die Luft geschleudert und Bäume wie Streichhölzer umgeknickt. Hier werden die Menschen noch tagelang mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Etwas 40 Menschen wurden verletzt, glücklicherweise aber hier keine Toten.

 

 

Eigene Recherche