Fotocredits: Leon Brünnette (2)

Der 1. Sonntag in der Fastenzeit ist der „Schäfsonndich“ auf Plattdeutsch gesagt. An diesem Tag wird der Hüttenbaum verbrannt. Die jungen Männer aus den Orten tragen bereits Tage davor dürres Holz zusammen.

Am „Schäfsonndich“ treffen sich dann die Jugendlichen und in vielen Orten auch die Mitglieder der Feuerwehren am „Hettenknapp“ oder „Hettenstaang“. Zuerst wird im Wald ein hoher Fichtenbaum geschlagen und anschließend mit Reisig und Stroh gebunden und mit einem Querbalken als Kreuz versehen.

Das Aufstellen des Baumes erfolgt mit ein Traktor mit Frontlader. Gesichert wird der Baum mit Drahtseilen.

Nach Einbruch der Dunkelheit versammeln sich Groß und Klein beim Hüttenbaum. Die Kinder mit Strohfackeln ausgestattet zünden dann das unter dem Hüttenbaum aufgeschichtete Reisig und das Stroh an und der Baum brennt dann lichterloh.

Vermutlich handelt es sich bei dem Hüttenbrennen um eine überlieferte heidnische Tradition, wobei mit dem Feuer zur Zeit des Frühlingsanfangs symbolisch der „Winter verbrannt“ und ein guter Sommer heraufbeschworen werden soll. Die gesammelten Süßigkeiten, Eier und die Getränken werden dann am 1. Fastensonntag unter dem brennenden Baum verzehrt.

Die gute Tradition des Hüttenbrennens konnte in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht in der gewohnten Weise stattfinden.

Das Abbrennen eines Feuers ist in Abstimmung mit den Ortsgemeinde nur unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Bekämpfungsverordnung möglich gewesen. Es galt insbesondere das Ansammlungsverbot also die Bildung von Zuschauergruppen. Auch das Konsumieren alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum war nicht möglich.

Unser Beispiel kommt aus Olk (VG Trier-Land) 

Doch wie unser Beispiel aus Ralingen- Olk im Landkreis Trier- Saarburg haben es sich die Menschen nicht nehmen lassen, dieses Brauchtum ausfallen zulassen. In kleinsten Treffen hat man im Vorfeld im Wechsel unter der Beachtung der Coroanregeln den Baum fertig gemacht und schließlich entzündet. Mit einer Höhe von 10,50 Metern war die „Olker Hütte“ dieses Jahr ausnahmsweise kleiner als sonst, aber dennoch groß genug, um den Winter in Olk und allen umliegenden Gemeinden zu vertreiben. Die Menschen haben von zuhause aus zugeschaut.