Region Trier. Wer hat es noch nicht gehört? Wer hat es noch nicht gelesen? Wer hat es noch nicht gesehen?

Am kommenden Donnerstag, den 10. September 2020 findet in Deutschland erstmalig der 1. bundesweite Warntag statt. 

Um 11 Uhr werden zahlreiche Mittel benutzt, um die Menschen in einer Gefahrensituation zu warnen. Was früher ausschließlich über die Sirene lief, wird heute auch über moderne Formen der Kommunikation vermittelt. (Dazu später im Bericht)

Alle Feuerwehren aus der Region Trier weisen auf ihren Webseiten und Facebookseiten auf die Probewarnung hin, dass die Menschen über Apps, über das Fernsehen und Radio und über die SIRENE gewarnt werden! Oder nicht?

NEIN! In der gesamten Region Trier (Landkreise Trier- Saarburg, Bitburg- Prüm, Bernkastel- Wittlich und Vulkaneifel) wird keine einzige Sirene zum deutschlandweiten Warntag um 11 Uhr heulen! Ist das jetzt gut oder schlecht?

newstr.de hat an vielen Stellen in der Region und darüber hinaus nachgefragt. Warum laufen keine Sirenen? es heißt „Bundesweiter Warntag“- warum geht das nicht in der Region Trier?

Statement der Leitstelle Trier:

Hier hat uns Sven Ney, Leiter der integrierten Leitstelle Trier, welche für die oben genannten Landkreise zuständig ist mitgeteilt: „Von der ILST Trier werden keine Sirenen am bundesweiten Warntag ausgelöst. Die Sirenen die von der ILST Trier angesteuert werden sind für die Feuerwehrerstalarmierung. Getestet werden sollen Sirenen die in Warnkonzepte der Kommunen integriert sind. Dies sind nach unserer Kenntnis im Rettungsdienstbereich – derzeit keine. Diese müssten dann auch über die bundesweit Vereinheitlichten Sirenensignale (Warnton, Entwarnung  …) verfügen und technisch von der ILST angebunden sein.“

Statement des Wehrleiters VG Schweich:

Der Wehrleiter der VG Schweich Alexander Loskyll sagt uns auf Nachfrage: „Unsere Sirenen können aktuell alle nur „Feueralarm“ und dienen damit nicht zur „Warnung der Bevölkerung“. Ob es im Zuge der Umstellung auf die digitale Alarmierung hier eine Änderung geben wird, ist politisch noch nicht entschieden. Ich persönlich würde es begrüßen, da z. Zt. kein wirksames Mittel dafür vorhanden ist.“

Und da wären wir schon bei dem wichtigen Thema: Was passiert, wenn es wirklich mal zu einem gravierenden Notfall/ Ereignis kommt, zudem die Bevölkerung in der Region Trier gewarnt werden muss? Ohne Frage- Viele Menschen haben die Warnapps auf ihren Smartphones, hören Radio und schauen Fernsehen. Aber es gibt auch noch viele Menschen, besonders die ältere Generation, die auf solche akustischen Mittel, wie die Sirene setzen. Sie kennen die Töne einer Sirene und wissen damit umzugehen.

Statement des Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Bitburg- Prüm:

Der Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) des Landkreises Bitburg- Prüm Jürgen Larisch sagt: „Leider wird teilweise überregional mitgeteilt, dass am 10.09. um 11:00 Uhr anl. des bundesweiten Warntages, auch Sirenen ausgelöst werden. Dies trifft in einigen Bundesländern und auch in Teilen von RLP zu. Aus technischen Gründen ist es in vielen Landkreisen (u.a. im Leitstellenbereich Trier -Eifelkreis, Trier-Saarburg, Vulkaneifelkreis, Bernkastel-Wittlich, Stadt Trier) zur Zeit noch nicht möglich den „Ein-Minütigen- Heulton“ abgeben zu können.“ In einem Statement, welcher er unter anderem mit den Feuerwehren im Eifelkreis kommuniziert hat, teilt er weiterhin mit und rät es allen Menschen in der Region: „Wir raten den Bürgern die Warn-Apps „Nina“ und KatWarn auf ihrem Smartphone zu installieren. Neben der Warnung ermöglichen die Apps auch die Weitergabe von Informationen und Hinweisen zum Verhalten. Bei Schadensereignissen erfolgt die Warnung der Bevölkerung zusätzlich durch Lautsprecherdurchsagen über mobile Anlagen der Feuerwehr, aller Hilfsorganisationen und der Polizei. Im Rahmen der digitalen Alarmierung planen wir, dass zukünftig die Sirenen neben der Alarmierung der Feuerwehr einen „Ein-Minütigen- Heulton“ abgeben können. Dieser hat die Bedeutung „Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten“!“

Es bleibt am Ende also abzuwarten, was die Umstellung auf eine digitale Alarmierung in der Region Trier bringen wird. Ob man den Wünschen vieler führenden Kräften der Feuerwehr nachkommen wird und es in den kommenden Jahren eine Umstellung der Sirenen geben wird, die auch bei Warnlagen die Bevölkerung warnen kann. In Zukunft soll dieser bundesweite Warntag immer am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Im Saarland werden die Sirenen heulen 

Wer allerdings eine solche Warnung mit der Sirene noch nie gehört hat, muss nur zu unseren Nachbarn ins Saarland fahren. Dort ist die Alarmierung schon seit Jahren in digitaler Form und von der Leitstelle Saarland am Winterberg heißt es auf Nachfrage kurz und knapp: „Ja wir werden die Sirene nutzen und auch einsetzen!“ Um 11 Uhr wird eine Minute die Sirene auf und ab heulen und um 11:20 Uhr eine Minute lang aufheulen im Dauerton als „Entwarnung“.

Während die Sirene also gänzlich still bleiben wird, teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf newstr.de-Nachfrage schriftlich, dass es aber auch in der Region Trier viele weitere Mittel der Warnung am Donnerstag geben wird:

Eine Warnung erreicht Sie in der Regel auf mehreren unterschiedlichen Verbreitungswegen und Kanälen

Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes können Bund, Länder und Kommunen eine Vielzahl von Warnmitteln auslösen. Hier eine Übersicht der derzeit angeschlossenen Warnmittel:

  • Warn-Apps (NINA, BIWAPP – Bürger Info und Warn App, KATWARN, diverse regionale Warn-Apps)
  • Radio (landesweit sendende deutsche Radiosender sowie eine Vielzahl von Lokalradiosendern (analog und digital))
  • Fernsehen (bundesweite Programme der öffentlich-rechtlichen (ARD, ZDF, Deutsche Welle) und privaten Anbieter sowie Landesrundfunkanstalten (BR, hr, MDR, NDR, Radio Bremen, rbb, SR, SWR und WDR)
  • Online (www.warnung.bund.de)
  • Stadtwerbetafeln

Darüber hinaus gibt es weitere kommunale Warnmittel, die direkt vor Ort ausgelöst werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Warn-Apps: (Diese können auch direkt durch die zuständigen Stellen ausgelöst werden. Dies ist abhängig von der jeweiligen Anbindung an die Warnsysteme vor Ort.)
  • Fahrgastinformationssysteme (Verschiedene Verkehrsanbieter zeigen Warnmeldungen in ihren Verkehrsinformationssystemen an.)