„Arbeitsplatz darf nicht zum Corona-Hotspot werden“ – DGB hält Aufhebung der Quarantäne für riskant

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat angekündigt, dass die Quarantäne für Corona-Infizierte ab Mai nur noch auf Freiwilligkeit beruhe werde. Seit dieser Mitteilung werden immer mehr kritische Stimmen laut - darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland (DGB).
Mit Aufhebung der Quarantäne-Pflicht steige der Druck auf Mitarbeitende, auch mit Infektion zur Arbeit zu gehen. Symbolbild: Unsplash/ Maxime

Ab 01. Mai ist mit Ausnahme von medizinischem Personal niemand mehr verpflichtet, sich als positiv auf Corona getestete Person in Quarantäne zu begeben, das hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach verkündet. Die Lockerungen bei den Quarantäneregeln sollen massenhafte Personalausfälle bei hohen Infektionszahlen vermeiden. Diesen Schritt betrachtet der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland (DGB) kritisch.

Aufhebung der Quarantäne-Pflicht sei „unverantwortlich“

Die Inzidenzen seien weiterhin sehr hoch und man wisse nicht, ob sich die Lage zum Herbst hin nicht erneut verschlechtere. „Die Pandemie ist nicht vorbei. Und dass nun Corona-Infizierte wieder in Busse und Bahnen steigen sollen und an ihren Arbeitsplätzen erwartet werden, halten wir für unverantwortlich, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Arbeitsplatz darf kein Corona-Hotspot werden

Der Politik müsse bewusst sein, dass der Wegfall der Quarantäneregeln zum 01. Mai bedeutet, dass Beschäftigte einen höheren Druck verspüren, auch mit Infektion zur Arbeit zu gehen. Außerdem werden sonstige Schutzmaßnahmen noch einmal wichtiger, heißt es weiter. Jede und jeder Einzelne müsse so mehr Eigenverantwortung übernehmen. „Auch der Anspruch an die Arbeitgeber:innen steigt erneut: Ein umfassender Arbeitsschutz muss gerade in Pandemiezeiten garantiert werden. Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten steht über allem. Der Arbeitsplatz darf nicht zum Corona-Hotspot werden“, fordert Wingertszahn.

Schutz vor Corona muss gewährleistet werden

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland warnt davor, den Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz zu vernachlässigen. „Arbeiten im Homeoffice muss weiterhin möglich sein, um Kontakte zu vermeiden. In der Pandemie bewährte Maßnahmen, wie das Tragen von Masken, müssen fortgeführt werden. Masken und Tests sollten weiter vom Arbeitgeber bereitgestellt werden“, so Wingertszahn. Die Homeoffice-Pflicht gilt ebenso wie andere Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr. Ob Mitarbeitende von Zuhause aus arbeiten können, muss nun mit dem Arbeitgeber geregelt werden.

Pressemitteilung Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland (DGB) (05.04.2022)