„Jede Impfung zählt“, so Gesundheitsminister Lauterbach, RKI-Präsident Wieler und Virologe Drosten

Die Fallzahlen in Deutschland haben mit 90.000 Neuinfektionen binnen eines Tages einen neuen Höchststand. Davon gehen 70 Prozent auf die Omikron-Variante zurück. Gesundheitsminister Lauterbach, RKI-Präsident Wieler und Virologe Drosten appellieren, sich impfen zu lassen.
Gesundheitsminsiter Karl Lauterbach. Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–030, CC BY-SA 4.0
Gesundheitsminsiter Karl Lauterbach. Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–030, CC BY-SA 4.0

Die Corona-Neuinfektionen sind in Deutschland so hoch wie nie. 90.000 Infektionen wurden binnen eines Tages gemeldet, teilt das Robert-Koch Institut (RKI) am Freitag, 14.01.2022, mit. In einer gemeinsamen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage appellieren Gesundheitsminister Lauterbach, RKI-Präsident Wieler und Virologe Prof. Drosten, sich impfen zu lassen.

Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung wirken

„Wir sehen, dass die Kontaktmaßnahmen wirken, so Lauterbach. Trotzdem gebe es keinen Grund zur Entwarnung, betonte Lauterbach am Freitag in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und dem Virologen Christian Drosten zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie.

Appell, sich impfen zu lassen

Sowohl Lauterbach, Wieler als auch der Virologe Drosten appellierten an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Noch immer sei die Impflücke zu groß. Impfungen würden zwar nicht immer eine Infektion verhindern, aber in jedem Fall vor einem schweren Verlauf schützen.

„Es gibt relativ viele Infektionen bei Geimpften“, sagte Drosten. Die Impfung bremse jedoch jedes Virus ab. „Das ist ganz entscheidend, sich das klarzumachen.“

Medizinisches Personal bei PCR-Tests priorisieren

Mit Blick auf die steigenden Fallzahlen ordnete der Gesundheitsminister eine Priorisierung bei den PCR-Tests an. Die Labore kommen beinahe an ihre „Überlastungsgrenzen“, so Lauterbach. Daher soll im Hinblick auf die „Freitestung“ das Personal in medizinischen Einrichtungen Vorrang bei der Auswertung von PCR-Tests haben. Zudem sollen Antigenschnelltests auf ihre Sensitivität hin überprüft werden.

Omikron-Ausbreitung verlangsamen – Auffrischimpfungen verabreichen

Die derzeitige Strategie sei, die Omikronwelle zu verlangsamen und zu strecken und in dieser Zeit so viele Menschen wie möglich mit Auffrischimpfungen zu boostern. Dafür sei genügend Impfstoff da, so Lauterbach. Jede Boosterimpfung, die in Deutschland gemacht werden müsse, könne vorgenommen werden, erklärte der Bundesgesundheitsminister weiter.

Fallzahlen so hoch wie nie

Mehr als 70 Prozent der Corona-Infektionen gehen auf die Omikron-Variante zurück. RKI-Präsident Wieler gab an, dass Omikron die Delta-Variante in wenigen Tagen vollständig verdrängen werde. „Die Omikronwelle türmt sich weiter auf und das mit einer Dynamik, wie wir sie in dieser Pandemie bislang noch nicht gesehen haben“, so Wieler.

Zwar würden Daten zeigen, dass Omikron zwar im Vergleich zur Delta-Variante weniger gefährlich sei. In dem Zusammenhang warnte Lauterbach davor, diese Daten eins zu eins auf Deutschland zu übertragen. Es gebe in Deutschland noch immer drei Millionen Menschen über 60 Jahren, die bisher noch nicht geimpft seien. Lauterbach warnte vor einer Durchseuchung in Deutschland.