Hälfte der Corona-Erkrankten leidet unter Langzeitfolgen

Laut einer Studie des Gesundheitsamtes klagt fast die Hälfte von Corona-Infizierten über Langzeitfolgen nach der Erkrankung. Müdigkeit und Erschöpfung waren die am häufigsten genannten Langzeitfolgen.
Erschöpfung gehört neben Müdigkeit zu den am häufigsten genannten Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Symbolbild: Unsplash/ Shane
Erschöpfung gehört neben Müdigkeit zu den am häufigsten genannten Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Symbolbild: Unsplash/ Shane

Knapp die Hälfte der Corona-Infizierten klagt über Langzeitfolgen, so das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Gesundheitsamts Trier-Saarburg und der Uni Trier. Zwischen März 2020 und Mai 2021 wurden 3.500 Fragebögen an Personen gesendet, die in diesem Zeitraum an Corona erkrankt waren. In diesem Zeitraum seien 7.112 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Insgesamt 1.503 Fragebögen wurden beantwortet (entspricht 44,9 Prozent) und flossen in die Studie mit ein.

Die Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

87 Prozent der Befragten gaben an, Krankheitssymptome gehabt zu haben. In der Akutphase einer Coronainfektion (Akut-Covid) dominierten Kurzatmigkeit und deutlich verminderte Leistungsfähigkeit. Nur sehr selten traten dagegen eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung auf. Von den Menschen mit Symptomen sind 27,2 Prozent medizinisch behandelt worden, zumeist ältere Personen. Davon die meisten nur ambulant und nur eine Minderheit auch stationär.

Erwachsene und Menschen mit Vorerkrankungen waren häufiger von Spät- oder Langzeitfolgen betroffen. Rund 58 Prozent hatten Akut-Covid, 22 Prozent litten unter Long-Covid und 21 Prozent unter Post-Covid. Dabei bezeichnet Long-Covid gesundheitliche Beschwerden, die jenseits der akuten Krankheitsphase einer Corona-Infektion fortbestehen oder auch neu auftreten. Als Post-Covid-Syndrom werden Beschwerden bezeichnet, die noch mehr als 12 Wochen nach Beginn der Corona-Infektion vorhanden sind und nicht anderweitig erklärt werden können.

Erwachsene häufiger betroffen

Auffällig: Minderjährige waren kaum von Long-Covid (6,0 Prozent) und so gut wie gar nicht von Post-Covid (0,7 Prozent) betroffen, während beide Varianten bei Erwachsenen deutlich häufiger zu beobachten waren. Patienten mit Long- oder Post-COVID haben deutlich häufiger medizinische Hilfe in Anspruch genommen als solche mit Akut-Covid.

Am häufigsten: Müdigkeit und Erschöpfung

Knapp die Hälfte der befragten Personen (49,7 Prozent) berichtet von Spät- oder Langzeitfolgen. Am häufigsten wurden dabei Müdigkeit und Erschöpfung genannt – Symptome, die auch die Akutphase einer Corona-Infektion dominiert haben. Diese gehen häufig einher mit Kurzatmigkeit und deutlich verminderter Leistungsfähigkeit.

Im untersuchten Zeitraum betrug die Letalitätsrate 1,7 Prozent. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 81,7 Jahre. Insgesamt sind im Landkreis Trier-Saarburg und in der Stadt Trier bis heute 197 Personen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben.

Im privaten Umfeld infiziert

Die meisten Personen (rund 80 Prozent) hatten sich in ihrem persönlichen Umfeld infiziert. Gastronomie oder Einzelhandel stellen nach den vorliegenden Daten keine Infektionstreiber dar. Nur eine kleine Minderheit (16 Prozent) hatte Probleme bei der Umsetzung und Bewältigung von Quarantäne und Isolation.

Studie des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg und der Uni Trier (05.07.2022)