Homeoffice wirkt sich laut Umfrage stärker auf Frauen als Männer aus

In vielen Unternehmen hat sich das coronabedingte Homeoffice als zukunftsweisendes Arbeitsmodell etabliert - auch wenn die Homeoffice-Pflicht mit dem heutigen Sonntag endet. Laut Umfrage wirkt sich die Arbeit am heimischen Schreibtisch stärker auf Frauen aus.
Das coronabedingte Homeoffice hat sich in vielen Unternehmen als Arbeitsmodell etabliert. Symbolbild: Unsplash/ Maxime
Das coronabedingte Homeoffice hat sich in vielen Unternehmen als Arbeitsmodell etabliert. Symbolbild: Unsplash/ Maxime

Homeoffice als zukunftsweisendes Arbeitsmodell

Auch wenn die Homeoffice-Pflicht mit Sonntag, 20.03.2022, endet, hat sich die Arbeit am heimischen Schreibtisch in vielen Unternehmen als zukunftsweisendes Arbeitsmodell etabliert. Laut forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse wirkt sich die Arbeit im Heimbüro stärker auf Frauen aus.

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat 1.002 Erwerbstätige mit Büroarbeitsplatz im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse 2022 bundesweit repräsentativ befragt, darunter 432 Frauen und 570 Männer.

Heimarbeit macht sich gesundheitlich bemerkbar

Bei der Umfrage gab jede zweite Frau,  aber nur jeder dritte Mann mit Homeoffice-Erfahrung an, dass sich die Arbeit zu Hause gesundheitlich bemerkbar mache. Jeder vierten Frau gehe es damit körperlich und geistig besser – was bei den Männern nur jeder sechste angab.

Besonders positiv sei die mit Homeoffice einhergehende Stressreduktion: 40 Prozent der Frauen  fühlen sich seitdem weniger erschöpft beziehungsweise haben seltener das Gefühl, gestresst und ausgebrannt zu sein. Unter den Männern geben dies hingegen nur 28 Prozent an. Fast doppelt so viele Frauen wie Männer berichten darüber hinaus, dass sie bei der Arbeit zu Hause weniger unter Rückenbeschwerden (35 zu 18 Prozent) und Kopfschmerzen (17 zu 9 Prozent) leiden.

Familie, Privatleben und Arbeit

Einig waren sich die befragen Männer und Frauen hinsichtlich einer besseren Vereinbarkeit von Privatleben, Familie und Beruf: Dies beobachten rund 70 Prozent der Frauen und Männer mit Homeoffice-Erfahrung. Ob Kinder im Haushalt leben oder nicht, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

„Insgesamt stellen wir fest, dass Homeoffice-Möglichkeiten sich vor allem auf die Work-Life-Balance positiv auswirken“, sagt KKH-Chef Wolfgang Matz. „Umgekehrt darf das soziale Miteinander durch die Arbeit von zu Hause aus nicht zu kurz kommen. Es gilt, aus den positiven Erfahrungen während der Pandemie zukunftsweisende Arbeitsmodelle zu entwickeln, die sowohl auf die Gesundheit der Arbeitnehmer als auch auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz einzahlen.“

Schattenseiten von Homeoffice

Bei jeder vierten Frau und jedem fünften Mann hat sich der Gesundheitszustand im Homeoffice verschlechtert. Die Heimarbeit hat also nicht nur Vorteile. Demnach sagen rund ein Drittel der Frauen und Männer, dass sie seitdem vermehrt Rückenschmerzen und Muskelverspannungen verspüren oder diese Beschwerden erstmals bei der heimischen Büroarbeit aufgetreten sind. Neben unpassenden Schreibtischen und Stühlen können auch psychische Belastungen Verspannungen und Schmerzen auslösen.

Laut Umfrage schlägt offenbar den Frauen die Arbeit am heimischen Rechner mehr auf die Seele als den Männern (24 zu 17 Prozent). Bei diesen Berufstätigen haben Beschwerden wie Niedergeschlagenheit oder gar Depressionen zugenommen. Ein Grund hierfür kann der fehlende persönliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice sein. Dies spüren der Umfrage zufolge offenbar vor allem die Frauen. Mehr Frauen als Männer setzen sich darüber hinaus selbst unter Druck. So hat jede dritte Befragte mit Homeoffice-Erfahrung das Gefühl, zu Hause noch mehr leisten zu müssen als im Büro, um im Job Präsenz zu zeigen. Unter den Männern gibt dies hingegen nur jeder Fünfte an.

Größere Auswirkungen auf Frauen

Alles in allem überwiegen aber besonders bei den Frauen die positiven Effekte von Homeoffice: So haben rund zwei Drittel von ihnen gute Erfahrungen gemacht, 26 Prozent sogar sehr gute. Unter den Männern sprechen hingegen nur 17 Prozent von einer besonders guten Erfahrung. Die Möglichkeiten für ein positives, gesundheitsorientiertes Arbeiten sind vielfältig.

Pressemitteilung KKH Kaufmännische Krankenkasse (18.03.2022)