Lauterbach über die freiwillige Isolationsregel: „Das war ein Fehler“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat mit der Aufhebung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte und dem darauf folgenden Rückzieher für Chaos gesorgt. In einer Pressekonferenz nahm an diesem Mittag, 06.04.2022, Stellung:
Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, Empfang für Özlem Türeci und Uğur Şahin im Rathaus Köln-5444, CC BY-SA 4.0

Morgen, 07.04.2022, stimmt der Bundestag über die Impfpflicht ab. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach in einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch, 06.04.2022, erklärte, werde aller Voraussicht dem Kompromissvorschlag zugestimmt. Dieser sieht vor, dass eine Impfpflicht für alle ab 60 Jahre eingeführt wird – diese solle ab sofort gelten. Eine Impfpflicht für alle ab 18 werde perspektivisch beschlossen und greife dann, wenn sich das Infektionsgeschehen bis Herbst nicht verbessere, so der Minister.

Freiwillige Isolation war ein Fehler

Letzte Nacht informierte Gesundheitsminister Lauterbach über Twitter-Beiträge über seine Fehleinschätzung. Zuvor hatte er bei „Markus Lanz“ bereits mitgeteilt, dass eine freiwillige Isolation für Corona-Infizierte ab 01. Mai ein Fehler war. Nach scharfer Kritik hatte er eingelenkt und die „freiwillige Isolation“ wieder zurückgenommen.

Durch die geplante freiwillige Isolation sei der Eindruck entstanden, das Virus sei harmloser als es ist. „Das war ein Fehler, für den ich persönlich verantwortlich bin.“,  so der Minister in der Pressekonferenz. Der Grund für die Entscheidung war es, die Gesundheitsämter zu entlasten. Diese werden nun insoweit entlastet, dass sie nicht mehr für die Quarantäneanordnung von Kontaktpersonen zuständig sind. Die Ämter sollen sich verstärkt um Infektionsprävention kümmern.

Weiterhin Isolationspflicht für Corona-Infizierte

Die fünftägige Isolation von positiv auf Corona getesteten Personen ist weiterhin verpflichtend, erklärte Lauterbach an diesem Mittwoch, 06.04.2022. Für Kontaktpersonen von Infizierten werde es eine „dringende Empfehlung“ geben, sich freiwillig in Quarantäne zu begeben, das solle die Gesundheitsämter entlasten.

Pressekonferenz am Mittwoch (06.04.2022)