Lauterbach nach Impfpflicht-Aus: Kein Spielraum mehr für Corona-Lockerungen

Nach dem Scheitern der Corona-Impfpflicht sieht Gesundheitsminister Karl Lauterbach das Land im Herbst nicht auf eine Pandemiewelle vorbereitet. "Das, was wir an Lockerungen machen konnten, haben wir verbraucht.", so der Minister.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, 2021-12-07 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–033, CC BY-SA 4.0

Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet im Herbst wieder mit stärkeren Schutzmaßnahmen. Mit den aktuellen Maßnahmen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes werde das Land „im Herbst mit Sicherheit nicht über die Runden kommen“, so der Minister am heutigen Freitag. Lauterbach rechnet im Herbst mit einer neuen Infektionswelle, auf die Deutschland wieder „nicht optimal“ vorbereitet sein werde.

Corona-Impfpflicht gescheitert

Am gestrigen Donnerstag, 07.04.2022, wurde der Antrag für eine allgemeine Impfpflicht abgelehnt. Dass die Impfpflicht gescheitert ist, bezeichnete Lauterbach als eine „klare und herbe Niederlage“. „Ich hatte gehofft, dass wir im Herbst in einer anderen Lage sein würden“, sagte der Gesundheitsminister am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Das sei jetzt ungewisser, als es gewesen wäre, „wenn wir die allgemeine Impfpflicht eingeführt hätten.“ Die Impfpflicht wäre aus seiner Sicht „dringend nötig“ gewesen.

Schutzmaßnahmen für den Herbst

Mit den aktuellen Regeln des Infektionsschutzgesetzes werde das Land mit Sicherheit nicht über die Runden kommen, sagte Lauterbach. Angesichts der jetzt weiter bestehenden Impflücke könne man etwa nicht ohne Wiedereinführung einer Maskenpflicht in vielen Bereichen in den Herbst hineingehen, so der Minister weiter. Er verwies zudem darauf, dass das Gesetz ohnehin zum 23. September auslaufe und dementsprechend angegangen werden müsse.

Bundespressekonferenz (08.04.2022), Artikel vom RND (08.04.2022)