Lauterbach will Quarantäne für relevante Berufe auf fünf Tage verkürzen

Die Gesundheitsminister haben sich heute in einer Videoschalte zusammengefunden, um über die Corona-Strategie zu beraten. Nach SPIEGEL-Informationen habe Gesundheitsminister Lauterbach eine Empfehlung für eine neue Quarantäneverordnung vorgestellt.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, Empfang für Özlem Türeci und Uğur Şahin im Rathaus Köln-5444, CC BY-SA 4.0
Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, Empfang für Özlem Türeci und Uğur Şahin im Rathaus Köln-5444, CC BY-SA 4.0

Quarantäne auf fünf Tage verkürzen

Angestellte der kritischen Infrastruktur sollen nach Informationen des SPIEGEL eine kürzere Quarantäne einhalten, dazu zählen unter anderem Polizeikräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenpflegepersonal.

Dem SPIEGEL liege ein gemeinsames Papier von Gesundheitsminister Lauterbach und dem Robert-Koch-Institut (RKI) vor, in dem die neue Quarantäneverordnung vorgestellt werde. Die Empfehlung der neuen Verordnung habe der Gesundheitsminister heute seinen Amtskolleginnen und -kollegen in einer Videoschalte vorgestellt, berichtet der SPIEGEL.

Am Freitag, 07.01.2022, sollen die vorgeschlagenen Änderungen in der Bund-Länder-Konferenz diskutiert werden.

Kritische Infrastruktur

Es solle zwischen Quarantäne und Isolation unterschieden werden. Demnach solle eine Quarantäne nach Kontakt zu einem Infizierten, eine Isolation nach Erkrankung erfolgen, heißt es weiter.

Die Quarantäne von Kontaktpersonen, die zur kritischen Infrastruktur gehören, solle nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Testergebnis beendet werden können. Die Isolation einer infizierten Person könne nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test beendet werden.

Mit den Anpassung solle ein Zusammenbruch der kritischen Infrastruktur verhindert werden. Die Verkürzung sei möglich, weil die Omikron-Variante eine kürzere Generationszeit habe als Delta, das bedeute „weniger lange ansteckend“, heißt es im SPIEGEL dazu mit Verweis auf das vorliegende Papier.

Schul- und Kita-Betrieb

Auch für den Schul- und Kita-Betrieb seien Änderungen vorgeschlagen worden. Kinder müssen nur für fünf Tage in Quarantäne bei anschließender Testung.

Die Kultusministerinnen und Kultusminister regen nach ihrer Konferenz am Mittwoch, 05.01.2022, ebenfalls eine Überarbeitung der Quarantäneregeln für Schülerinnen und Schüler und das schulische Personal an. Sie sollen mit den zur kritischen Infrastruktur zählenden Einrichtungen gleichgestellt werden. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs sei für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer Kritischer Infrastrukturen, heißt es im Beschluss der Kultusministerkonferenz.

Ausnahmen

Nach SPIEGEL-Informationen schlagen Gesundheitsminister und RKI in ihrem gemeinsamen Papier Ausnahmen von der Regelung vor:

  • Geboosterte Personen können ab sieben Tagen nach ihrer dritten Impfung von der Quarantänepflicht als Kontaktperson ausgenommen werden.
  • Frisch geimpfte (ab dem 14. Tag und bis zu zwei Monate nach der zweiten Impfung) müssen als Kontaktpersonen nicht in Quarantäne.
  • Dasselbe gelte für Genesene, wenn die Erkrankung weniger als zwei Monate zurückliege, heißt es im SPIEGEL.