Nach Impfpflicht-Aus und Isolationspflicht-Chaos: Lauterbachs Beliebtheit nimmt ab

Die vergangene Woche war für Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein Auf und Ab. Nach den jüngsten Ereignissen gaben in einer Umfrage 55 Prozent an, unzufrieden mit Lauterbach zu sein.
Gesundheitsminsiter Karl Lauterbach. Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–030, CC BY-SA 4.0

Erst verkündete Karl Lauterbach, dass ab Mai Corona-Infizierte nicht mehr verpflichtet sind, sich in Isolation zu begeben – mit Ausnahme von medizinischem Personal. Am Dienstag machte er nach heftiger Kritik einen Rückzieher bei „Markus Lanz“ und anschließend in Twitter-Beiträgen. Für Donnerstag war schließlich auch die Abstimmung für eine allgemeine Corona-Impfpflicht geplant, auch der Kompromissvorschlag für eine Impfpflicht ab 60 scheiterte im Bundestag.

Lauterbach als Minister

Der Gesundheitsminister hat nach dem Scheitern der Impfpflicht und dem Hin und Her um die „freiwillige“ Isolation zur Beginn der Woche stark an Zuspruch in der Bevölkerung verloren. Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstitut INSA, die wöchentlich für die Bild am Sonntag erhoben wird, sind aktuell 55 Prozent mit Lauterbachs Arbeit unzufrieden – nur 36 Prozent sind zufrieden.

Im Dezember hatten beim Anritt der Ampel-Koalition noch 53 Prozent angegeben, dass sie von Lauterbach einen guten Minister erwarten, so die Ergebnisse bei Bild. Ein Rücktritt war nach eigenen Angaben für Lauterbach kein Thema. Nach dem Chaos um die Isolationspflicht wollte er den Fehler so schnell wie möglich beheben, daher entschied er sich für die öffentlichen Twitter-Beiträge nachts um 2 Uhr, bevor er am nächsten Tag eine Pressekonferenz gab.

Meinungsbild bei Impfpflicht gespalten

Die Ablehnung der Corona-Impfpflicht ab 60 Jahren durch den Bundestag finden laut der Insa-Umfrage 47 Prozent der befragten Personen richtig, 46 Prozent halten die Entscheidung für falsch. Die Umfrage hatte Insa am Freitag 1003 Menschen befragt.

„Ich hatte gehofft, dass wir im Herbst in einer anderen Lage sein würden“, sagte der Gesundheitsminister nach dem Scheitern der Impfpflicht. Das sei jetzt ungewisser, als es gewesen wäre, „wenn wir die allgemeine Impfpflicht eingeführt hätten.“ Die Impfpflicht wäre aus seiner Sicht „dringend nötig“ gewesen. Mit den aktuellen Regeln des Infektionsschutzgesetzes werde das Land mit Sicherheit nicht über die Runden kommen, sagte Lauterbach. Angesichts der jetzt weiter bestehenden Impflücke könne man etwa nicht ohne Wiedereinführung einer Maskenpflicht in vielen Bereichen in den Herbst hineingehen, so der Minister weiter.

 

Artikel von Focus Online (10.04.2022), Bild am Sonntag (09.04.2022)