Neue Corona-Regeln: Lauterbach verteidigt Ausnahmen für frisch Geimpfte

Die geplanten neuen Corona-Regeln für den Herbst und Winter stoßen auf viel Kritik und Unverständnis. Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat die Maßnahmen verteidigt - künftig solle es für leichtere Kontrollen verschiedenfarbige Zertifikate in den Warnapp geben.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Wahlkampf Landtagswahl NRW 2022 - SPD - Roncalliplatz Köln 2022-05-13-4090, CC BY-SA 4.0
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Wahlkampf Landtagswahl NRW 2022 - SPD - Roncalliplatz Köln 2022-05-13-4090, CC BY-SA 4.0

Wegen der geplanten Corona-Regeln hagelt es viel Kritik an Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Im Interview mit den tagesthemen hat der Minister die geplanten Maßnahmen für den kommenden Herbst und Winter verteidigt. „Die Maske wird die Regel sein“, habe Lauterbach mit Blick auf die vorgesehenen Ausnahmen für frisch Geimpfte und frisch Genesene von einer möglichen Maskenpflicht gesagt. „Am Anfang werden ja die Allerwenigsten frisch geimpft sein.“

Sonderregelung für „frisch“ Geimpfte stößt auf Unverständnis

Der Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass bei hohen Infektionszahlen die Maskenpflicht eingeführt werden kann. Die einzelnen Bundesländer erhalten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob beispielsweise in öffentlichen Innenräumen eine Maskenpflicht eingeführt werde. Bundesweit wird die Maskenpflicht im öffentlichen Fernverkehr, Luftverkehr sowie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten (Mehr dazu: Die geplanten Corona-Regeln für den Herbst).

Zugleich sollen Ausnahmen gelten: Personen sollen von Maskenpflichten in Restaurants oder Veranstaltungen befreit werden, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. An der Regelung hatte es Kritik gegeben. Lauterbach betonte in den tagesthemen, dass diese Ausnahme nicht bedeutet, „dass sich dann Leute alle drei Monate impfen lassen sollen“. Das sei medizinisch unsinnig, davon rate er „absolut“ ab, heißt es im Bericht weiter. Auch könne man froh sein, wenn sich überhaupt genug Leute impfen ließen. Zu häufiges Impfen, das werde nicht vorkommen, so der Minister.

Kontrollen durch farbige Impfzertifikate erleichtern

Kritisiert wurde auch, dass es schwer werde, die Ausnahmen zu kontrollieren. In diesem Zusammenhang erklärte der Gesundheitsminister, dass farbige Impfzertifikate in der Corona-Warnapp auf den ersten Blick zeigen werden, ob die Impfung älter als drei Monate ist. „Hier ist zum Beispiel vorgesehen, dass man sofort auf der Corona-Warnapp an der Farbe des Impfzertifikats erkennen kann, ob das eine frische Impfung ist oder nicht“, wird Lauterbach zitiert. So werden Kontrollen einfacher als die vorausgegangenen 2G oder 2G-Plus-Regeln in der Vergangenheit.

Lauterbach: Ältere sollten nicht auf neue Impfstoffe warten

Lauterbach empfehle Älteren und Menschen mit Risikofaktoren, nicht zu warten und die Impfung bereits jetzt auffrischen zu lassen. „Da kann man sonst einen Fehler machen, den man teuer bezahlt.“, so der Minister. Weiter heißt es, dass es in dieser Gruppe weiterhin „große Impflücken“ gebe und wenn die neuen Impfstoffe kämen – Ende September, Anfang Oktober – sei das „einfach noch zu lange hin bei der hohen Inzidenz, die wir derzeit haben“.

Bei älteren Menschen komme es darauf an, dass die Impfstoffe „vor schwerem Verlauf und vor Tod schützten“, das täten bereits die vorhandenen. Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, „dass man noch etwas zuwartet“. Auch sagte Lauterbach, dass er eine klare Regelung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erwarte, ob sich auch Menschen über 60 Jahre erneut impfen lassen sollten.

Artikel von tagesschau (09.08.2022), Interview tagesthemen