Wegen kostenlosen Corona-Tests: Krankenkassen fordern Ausgleich

Während die Infektionszahlen aktuell steigen, endet das Angebot von kostenlosen Corona-Tests für die meisten zum Monatswechsel. Lediglich für Risikogruppen und Pflegebedürftige sollen Corona-Tests weiter kostenfrei bleiben - wegen der Kosten dafür fordern die Krankenkassen einen Ausgleich.
Für die meisten Menschen endet das Angebot der kostenlosen Corona-Tests mit der neuen Testverordnung. Symbolbild: Unsplash/ Maskmedicare Shop
Für die meisten Menschen endet das Angebot der kostenlosen Corona-Tests mit der neuen Testverordnung. Symbolbild: Unsplash/ Maskmedicare Shop

Ab Ende dieser Woche sind Corona-Tests nicht mehr kostenlos – mit wenigen Ausnahmen. Ab 01. Juli 2022 sollen die Bürgertests drei Euro kosten. Weiterhin kostenlos bleiben die Corona-Tests aber für Risikogruppen und Pflegebedürftige. Ein Grund für die Krankenkassen, einen Steuerausgleich zu fordern, berichtet unter anderem die tagesschau.

Finanzielle Belastung der Krankenkassen

Nach Berechnungen der Krankenkassen werde die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vorgestellte Neuregelung der Corona-Tests für immer größere Defizite in der Pflegeversicherung sorgen, heißt es weiter. Ohne zusätzliche Steuerzuschüsse führe die bis Ende November verlängerte Kostenübernahme für Corona-Tests in Pflegeeinrichtungen zu Mehrausgaben in der Pflegeversicherung von rund einer Milliarde Euro, heißt es in einer Stellungnahme des Spitzenverbandes der Krankenkassen, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert.

Das prognostizierte Defizit für das Jahr 2022 würde sich demnach von 2,3 auf 3,3 Milliarden Euro erhöhen. Zusätzliche Ausgaben müssten über höhere Darlehen des Bundes abgedeckt werden, um weiter zahlungsfähig zu bleiben. „Die Rückzahlung werden in der Folge die Mitglieder über Beitragssatzerhöhungen tragen müssen“, zitiert die tagesschau die Warnung der Kassen.

Bürgertests bleiben für Risikogruppen kostenlos

Am Donnerstag, 30.06.2022 läuft die aktuelle Testverordnung aus. Die neue Testverordnung sieht vor, dass bei einem Test eine Eigenbeteiligung von drei Euro fällig wird. „Tests zum Schutz von Risikogruppen, wozu auch pflegebedürftige Personen gehören, sind allerdings ausgenommen.“, wird in dem Artikel nochmals erläutert. Mit der neuen Regelung sollen die Kosten für den Bund in Milliardenhöhe reduziert werden, der bislang für die Tests aufgekommen ist. Die einzelnen Bundesländern haben die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung zu übernehmen, wenn sie sich dazu entscheiden.

Artikel von Tagesschau (28.06.2022)