Am Samstagnachmittag kam es in Trier zu einer Kundgebung von Menschen, die laut ihren eigenen Aussagen das Corona-Virus nicht leugnen, aber die aktuellen Maßnahmen für völlig überzogen finden. Newstr.de hat bei der Polizei nachgefragt, die uns dann bestätigten, dass 57 Fahrzeuge mit 115 Teilnehmer in einem Autokorso unter Polizeibegleitung von Trier-Euren kommend quer durch die Innenstadt gefahren sind. Hierbei hupten sie, zeigten Flaggen und Banner und hatten Luftballon an die Autos gemacht.

Ursprünglich lautete der Plan des Ordnungsamtes der Stadt Trier, dass der Korso in der Diedenhofenerstraße beginnt und durch die Luxemburger Straße, Konrad-Adenauer-Brücke, Saarstraße, Südallee, Verteilerkreis, Ostallee, Theodor-Heuss-Allee, Paulinstraße, Herzogenbuscherstraße, Verteilerring, Martinsufer, Zurmaiener Straße, Ascoli-Piceno-Straße, Katharinenufer, Krahnenufer, Sankt Barbara Ufer, Pacelliufer, Konrad- Adenauer Brücke führt. Schließlich sollte er auf dem Parkplatz Messepark enden. Doch am Ende gab es einige Änderungen des Weges. Der komplette Weg durch Trier-Nord wurde ausgelassen. Man fuhr stattdessen am Brüderkrankenhaus vorbei wieder in Richtung der Uferstraßen und nicht wie geplant zum Messepark, sondern zurück in das Industriegebiet.

Warum der Weg doch so deutlich gekürzt wurde, ist nicht bekannt. Aber unsere Reporter vor Ort konnten feststellen, dass es einige Demonstranten gab, die den Korso teils erfolgreich stoppen wollten, zumindest für kurze Zeit. Gegenüber newstr.de bestätigte die Polizei, dass es an einem Zebrastreifen in der Diedenhofenerstraße quasi beim Start drei Demonstranten gab, die hier den Fußgängerüberweg langsamer als normal überqueren wollten. Hier griff die Polizei umgehend ein und hatte den drei Aktivisten das Überqueren verboten. Diese meldeten sich bei newstr.de und sprachen davon, von der Polizei festgehalten worden zu sein und sprachen ein kurzweiliges Verbot aus, den Zebrastreifen zu überqueren, während der Korso diesen überfuhr.

Unterwegs konnten Störungen an der Ampelkreuzung Luxemburgerstr./Eisenbahnstr. festgestellt werden. Ebenso kam der Korso an der Ampel der Berufsfeuerwehr Trier zum kurzen Stillstand, da dort ebenfalls Aktivisten sich in den Weg stellten. Ein Fahrzeug der „Antifa Trier“ durfte sich kurzfristig in einer Eil-angemeldeten Kleindemo an drei Orten auf der Strecke positionieren, um eine Art Gegenkundgebung durchzuführen. Sie wurden hierbei durch die Polizei begleitet.

Insgesamt verlief der Korso eher ruhig und verursachte an den Hauptkreuzungen der Stadt während der Durchfahrten erhebliche Verkehrsbehinderungen. Minutenlang mussten die Straßenzüge gesperrt werden. Eine große Anzahl an Polizeikräften aus Trier und der Bereitschaftspolizei war hier im Einsatz. Auch in Zivil waren viele Kräfte in den Autos unterwegs. Von den Veranstaltern wurden 50-150 Fahrzeuge angemeldet. Am Ende waren es dann „nur“ 57 Autos die daran teilgenommen hatten. Ob die Polizei weitere Störungen in Trier-Nord erwartete und deshalb den Korso deutlich abkürzte, ist unklar. Auch eine zweite Fahrt durch die Stadt wurde nicht genehmigt.