Wer regelmäßig über die B 407 der Hunsrückhöhenstraße fährt und über die L151 nach Hermeskeil, dem sind bestimmt schon die neuen Warnschilder aufgefallen. Hier gibt es eine Erklärung dazu.

Reinsfeld. Es ist noch nicht so lange her, da war der Landesbetrieb für Mobilität aus Hermeskeil an der Hunsrückhöhenstraße bei Reinsfeld und an der Landstraße auf Höhe der Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende damit beschäftigt neue Schilder zu montieren. Seither kann man ein Warnschild mit einem Biber und das dazugehörende Ausrufezeichen sehen. Man findet die neuen Verkehrswarnschilder von Kell am See kommend auf der B 407 kurz hinter dem Parkplatz vor „Frau Holle“ und in der Gegenrichtung nach der Bushaltestelle an der Bundesstraße Höhe Reinsfeld. Die beiden anderen Schilder stehen auf der L 151 kurz hinter dem Lascheiderhof in Fahrtrichtung Hermeskeil und auf der Gegenrichtung hinter der Abfahrt zur Aufnahmeeinrichtung des Landkreises. Auch auf der K95 vor der Autobahnbrücke Richtung Pölerter Bahnhof gibt es die neuen Schilder.
Für viele Verkehrsteilnehmer sind das neue Schilder, die sie so durchaus auch noch nicht gesehen haben, denn in der Region Trier sind sie erst- und einmalig.
Doch wie kommt es dazu, dass solche Warnschilder nun aufgestellt werden?
Wir haben uns mit Martin Ritter, dem Revierförster aus Reinsfeld an der Hunsrückhöhenstraße vor Ort getroffen. „Über 20 Jahre sind nun die Biber schon hier im Wadrilltal in den Bächen Osterbach und Wadrill mit zahlreichen Bauten. Bis vor zwei Jahren ging auch immer alles gut. Doch dann begannen die Verkehrsunfälle, an dem viele Biber überfahren wurden“ stellt Martin Ritter fest. Im Mai 2019 haben wir bereits über die Problematik berichtet. Doch vor etwa zwei Monaten ist am Durchlauf der Hunsrückhöhenstraße kurz hinter dem Parkplatz auf Höhe der Traumschleife Frau Holle erneut ein Biber dem Verkehr zum Opfer gefallen. „Das war dann schon eine gewisse Traurigkeit, denn wir haben zuvor festgestellt, dass wohl genau dieser Biber erstmalig im Steinbach begonnen hatte ein Damm zu bauen. Nach dem Tod des Tieres gab es keine Aktion mehr im Bau“ stellt der Förster bedauernd fest. Der „Steinbach“ ist in Fahrtrichtung Kell am See rechtsseitig der Bundesstraße.
So hatte Martin Ritter Kontakt mit den Biberbeauftragten der Region und den zuständigen Behörden aufgenommen und darauf gedrängt, dass endlich etwas für die geschützte und seltenen Tiere getan werden muss. Er setzte sich ein, ein Verkehrshinweisschild an den entsprechenden Stellen aufstellen zu lassen. „Meine Anregungen wurden angenommen und dem Aufstellen der Schilder zugestimmt und so dauerte es nicht lange, bis der LBM vor kurzem diese dann aufgestellt hatte“ freut sich Ritter. Jetzt hoffen der Förster und die Naturschützer, dass an den Stellen auf der B 407 und der L 151 die Menschen einsichtig sind und mehr auf die Straße, vielleicht sogar mit weniger Geschwindigkeit, darauf achten, was den womöglich über die Straßen laufen könnte.
Und dann gab es auch noch am Ortstermin eine große Überraschung. Als man sich gemeinsam das neue Schild an der vielbefahrenen Hunsrückhöhenstraße angeschaut hatte, gingen wir zum Steinbach. Dort wollte Martin Ritter zeigen, wo der zuletzt überfahrende Biber mit dem Bau begonnen hatte. Als wir die Böschung herunter gegangen waren und am dem Bieberdamm angekommen waren, stellte der Förster Ritter mit großer Freude fest: „Hier wurde ganz frisch weiter gebaut. Ein anderer Biber hat sich dem Damm angenommen und führt ihn weiter. Das ist klasse!“ Und in der Tat, egal wo man hinschaut sind frisch angenagte Äste und Bäume und im Biberdamm wurde ein neu geschälter Baum platziert. Dahinter staut sich das Wasser meterweit und überschwemmt Bäume und Wiesen. „Ich bin jetzt richtig erleichtert, dass hier weiter gebaut wird und die Biber so womöglich ihr Gebiet weiter ausweiten“ freut sich Ritter. Doch er mahnt weiter an. Sollte es wiederholt zu Unfällen mit Biber kommen, will er ein Schritt weiter gehen. Dann wird der Förster an entsprechenden Stellen vorschlagen, dass an den Unterläufen der Straßen, dort wo die Biber in der Regel die Straßen queren wollen, Schutzplanken errichtet werden. „Wir müssen alles Mögliche in Erwägung ziehen, um den Biber zu helfen. Zu helfen, dass sie nicht überfahren werden und sich hier in unserer Region wohlfühlen und ausbreiten“ so Martin Ritter. Dabei ist es auch die Aufgabe der Verkehrsteilnehmer umsichtig im Straßenverkehr zu sein.

(Blaes)