Es war ein Donnerstag (14.01.2021) als der viele Schnee kam. Bis zu 15 cm Neuschnee sind im Hochwald und somit auch in Kell am See gefallen. In den Nebenstraßen, besonders auf Steigungen war kaum ein Durchkommen für schwere Fahrzeuge. Am gleichen Tag ist auch die ART mit ihren Müllfahrzeugen unter anderem in Kell am See für das Abholen der Papiertonne und der gelben Säcke zuständig gewesen. Bis auf die Hauptverkehrswege, die schnell geräumt werden konnten, war ein Befahren der Nebenstraßen nicht möglich.

Also musste eine Lösung her. Denn es war üblicherweise noch mehr Müll, als es sonst schon ist in den Tonnen, da die Weihnachtsfeiertage zwischen den letzten Leerungen liegen.

Initiative vom Ortsbürgermeister Markus Lehnen

So entschied der Bürgermeister Markus Lehnen (CDU), dass man bei der ART nach großen Containern anfragt, die dann auf dem Dorfplatz aufstellt und die Menschen aus dem Hochwaldort ihren Papiermüll und die gelben Säcke dort abliefern können.

Hierzu wurde auf den sozialen Netzwerken kurzerhand eine Info an die Gemeinde veröffentlicht: „Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse konnte die ART mit ihren 30 Tonner-Müllfahrzeugen beim letzten Abfuhrtermin nicht alle Straßen anfahren! Laut ART Vertrag müsste nun 4 Wochen gewartet werden bis zur nächsten Abfuhr.

Der Ortsbürgermeister konnte mit dem ART eine Sonderregelung vereinbaren. Die Gemeinde lässt 2 getrennte, vom ART angelieferte Container auf dem Parkplatz gegenüber der Kirche bereitstellen. Ab Montag (18.1.2021 10 Uhr) bis einschließlich Mittwoch (20.1.2021) kann hier von jedem betroffenen Anlieger Papier und Plastikmüll eingeworfen werden. Allerdings ausschließlich Papier (lose) und Plastik (in gelben Säcken) jeweils getrennt in die beiden Container.

Damit kann ein vorübergehender Stau bei Papier- und Plastikentsorgung vermieden werden.  Ich bitte im Interesse aller Beteiligten eindringlich darum die Entsorgung sorgfältig durchzuführen.“

Und es kam, wie es auch erwartet wurde. Unter den Corona-Bestimmungen sind kurz nach der Aufstellung der Container die Bürger aus Kell zu den Abfallmöglichkeiten gekommen und haben ihren Müll dort abgeliefert. Viele Menschen unterstützen ihre älteren Nachbarn und brachten diese Tonnen auch zum Dorfplatz. Auch der Bürgermeister war unterstützend an der Abladestelle mit dabei. Schon zwei Stunden später war der Container für den Plastikmüll randvoll gefüllt. Telefonisch wurde kurzerhand ein zweiter Container bei der ART bestellt. Viele Menschen waren dankbar für diese Möglichkeit. Vor allem auch ein großer Supermarkt im Ort, der über 100 gelbe Säcke dort liegen hatte. „Mülltrennung wird bei uns sehr groß geschrieben“ erklärt der Filialleiter. Die nächste Abholung wäre erst in 4 Wochen. Im ganzen Landkreis war und ist das, eine bisher einzigartige Aktion gewesen.

Unter den Bürgern in Kell am See sind die Meinungen dazu ziemlich gleich gestellt. „Dass die Ortsgemeinde Kell am See eine solche Aktion hier durchführt, finde ich klasse. Wir sind ein mehrköpfiger Haushalt und haben dementsprechend viel Müll. Auch im Winter stinkt das irgendwann. Ich habe allerdings kein Verständnis, dass die ART es dann nicht hinbekommt schnellstmöglich, vor allem nach mehreren Feiertagen einen Ersatzabholtag einzurichten. Müllgebühren steigen immer weiter, aber mal auf die Menschen zu kommen- Fehlanzeige!“ So das Statement eines Mitbürgers und Familienvaters in Kell am See.

Das schreibt die ART

Die ART schreibt auf ihrer Website zu den winterlichen Verhältnissen: „Schnee und Glatteis führen in diesen Wochen oft dazu, dass in einigen Straßen im Entsorgungsgebiet des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier die Abfälle nicht wie gewohnt eingesammelt werden können. Grund dafür ist, dass Straßen, Wendeplätze und Behälter mit Schnee zugeschaufelt oder Straßen nur schlecht bzw. gar nicht geräumt und gestreut werden… Bitte bringen Sie Ihre Abfallbehälter an einen für die Werker gut erreichbaren Platz.

Selbst wenn ordnungsgemäß geräumt und gestreut ist, kann die Einsammlung in der gesamten Straße ausfallen, wenn einige Abschnitte ein gefahrloses Befahren und Begehen nicht zulassen. Es besteht kein Anspruch darauf, dass die ausgefallene Abfuhr nachgeholt wird. Dies ist wegen der feststehenden und ausgefüllten Tourenpläne leider nicht möglich.“