Eine Woche nach dem Absturz des F16 bei Rodt: Fragen & Antworten

0
5567
Werbung

Rodt. Am heutigen Dienstag ist genau eine Woche vergangen, an dem das Flugzeug F16 in einem Wald bei Rodt abgestürzt ist. Nachfolgend einige weitere Details zum Absturz:

Was ist eine F 16?
Der Kampfjet F16 ist ein Mehrzweck Kampfflugzeug aus der USA. Die Maschine wird von einem Piloten besetzt. Im Laufe der Entwicklung wurde das Flugzeug zu einem Allwetter- Mehrzweckkampfflugzeug umgesetzt. Auf der Welt gibt es mehr als 4570 solcher Flugzeuge. Das besondere an der Maschine ist unter anderem die blasenförmige Cockpithaube mit einer guten Rundumsicht. Der Jet besteht im Wesentlichen aus Aluminium (78 %) und verschiedenen Stahlsorten (11 %). Bei optimaler Flughöhe ist das Flugzeug bis zu 2000 kmh schnell.

Wie kann man sich das Sperrgebiet vorstellen?
An drei Tagen der vergangenen Woche habe ich mich mehrere Stunden auf dem Weg gemacht. Hierbei habe ich mich immer bis zu dem Sperrgebiet fortbewegt und geschaut, was ich von außen zu sehen bekomme und wie groß das Sperrgebiet ist. (Siehe Grafiken) So konnte ich folgendes zusammenstellen: Die K 34 zwischen Rodt und der L 46 gleicht derzeit einer großen Zeltstadt. Die Amerikaner sichten seit dem Absturz jedes einzelne Teil und halten es fest. Dabei werden auch Messungen zwischen einzelnen Teilbereichen durchgeführt. Das Flugzeug muss mit einer Geschwindigkeit von über 700 kmh abgestürzt sein. Somit wird nicht ein großes Teil im Wald liegen, wie man es vermuten würde, sondern mehrere zigtausende Teile in einem Radius von etwa 700 Metern im Wald. Dabei liegen in dem Gebiet steile Hanglagen. Die Außengrenzen werden von deutschen Soldaten bewacht. Die K 34 wird noch solange gesperrt bleiben, bis alle Teile ausnahmslos geborgen sind. Das kann nur noch Tage dauern, aber auch noch Wochen. Der Luftraum um die Sperrzone ist seit dem Absturz gesperrt. Flüge der Airbase wurden bis letzten Sonntag eingestellt. Seit Montag finden wieder Übungen statt.

Der Absturz!
Der Pilot sendete kurz vor dem Absturz den Kürzel 7700 Luftnotfall. Kurz darauf betätigte er den Schleudersitz und landete auf einem landwirtschaftlichen Gelände bei Heidweiler. Das Flugzeug flog demnach zwischen 7,2 km und 7,5 km Luftlinie südlich an Zemmer führerlos vorbei und stürzte in ein Waldstück bei Rodt ab. Hierbei lag das erste Haus von der Absturzstelle nur 500 Meter entfernt. Vom Einschlag in die ersten Bäume liegt der Reifen des Jets 650 Meter entfernt im Wald. Der Radius des Trümmerfeldes beträgt etwas 700 m bis 900 m im Wald verteilt. Das Sperrgebiet umfasst ein Durchmesser im Durchschnitt von 1000 Meter. Man kann durchaus von einem sehr großen Glück sprechen, 500 Meter weiter nördlich und es wäre zu einer Katastrophe gekommen.

Messungen der Luft und des Wassers?
Die VG Werke haben mitgeteilt das aus reiner Vorsicht derzeit kein Trinkwasser aus den Oberflächenquellen im Bereich „Mülchen“ in das Wassernetz von Zemmer, Rodt und Orenhofen eingespeist werden. Derzeit wird das Wasser aus Tiefbrunnen entnommen. Somit will man Ausschließen das Kerosin und Hydrazin im Trinkwasser sind. Das Gebiet „Mülchen“ umfasst ein großes Wassergebiet von etwa 1,5 Kilometer um die Unglückstelle. Derzeit werden zweimal die Woche Messungen durchgeführt. Erste Ergebnisse der Wasserproben waren negativ. Die VG- Werke gehen aber davon aus, dass der Erdboden wohl komplett abgetragen werden muss. (Wie das am Ende ablaufen wird, und wer dafür zuständig ist, ist mir nicht bekannt.)

Auch eine Woche nach dem Absturz, war es mir als Pressevertreter nicht möglich, in das Sperrgebiet zu kommen, um genau spezifisch zu berichten.

Bericht: Florian Blaes