Entscheidung „nicht hinnehmbar“: Eintracht Trier geht im Fall Völklingen weiteren Schritt

Nach dem Rückzug des SV Röchling Völklingen hat das Verbandsgericht am Dienstag, 07.06.2022, die Klage des SV Eintracht Trier abgewiesen. Hauptargument war die Definition einer "laufenden Runde", was die Trierer Eintracht nicht hinnehmen will - und sich folglich an die nächsthöhere Instanz, das Schiedsgericht des Regionalverbandes, wenden wird.
Foto: Facebook/ SV Eintracht-Trier 05
Foto: Facebook/ SV Eintracht-Trier 05

Rückzug des SV Völklingen großer Knackpunkt

Anfang Mai entschied der SV Röchling Völklingen seinen sofortigen Rückzug, was sich weit bis in die Regionalliga auswirkt. Der Verein hatte mitten in der Saison seine Mannschaft aus dem Spielbetrieb genommen. Das Verbandsgericht des FVR legt die Definition „laufende Runde“ so aus, dass die beiden Hinrunden nicht dazu zählen, sondern als abgeschlossene Runden gelten.

Eintracht Trier hält bei dieser Argumentation dagegen: „Abgeschlossen wäre eine ‚laufende Runde‘ nur dann, wenn weder Punkte noch Tore mitgenommen würden und eine neue ‚laufende Runde‘ gestartet würde. So aber wirkt die vom Verbandsgericht als abgeschlossen bezeichnete ‚laufende Runde‘ der Hinrunde erheblich in die Meister- bzw. Platzierungsrunde hinein. Sie kann somit keinesfalls als abgeschlossen betrachtet werden, da sie nicht für sich alleinsteht, sondern immer im Ganzen gesehen werden muss.“ Diese Vorgehensweise widerspreche jeder Logik und sei demnach nicht nachvollziehbar.

Trier stört sich auch an Punktezählung

Die Argumentation des FVR ist nicht der einzige Punkt, an dem sich die Eintracht stört. Vonseiten des Vereins heißt es dazu: „Dass im Mannschaftssport bei Punktgleichheit das Torverhältnis als objektivierbares Kriterium zur Entscheidung herangezogen wird, ist grundsätzlich richtig. Diese Vorgehensweise setzt jedoch voraus, dass alle Mannschaften gegen die gleichen Gegner spielen. In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ist dies aber nicht der Fall, da in der Hinrunde in Nord- und Südgruppe gegen unterschiedliche Gegner gespielt wurde. Somit ist das Torverhältnis als entscheidendes Kriterium nicht mehr objektiv, weil nicht vergleichbar. Einzig die Heranziehung des direkten Vergleichs und auch mit Einschränkung das Heranziehen des Koeffizienten bietet eine sportlich faire Entscheidungsmöglichkeit.“

Verband seiner Verantwortung nicht nachgekommen

Weiter wirft Trier dem FVR Versäumnisse in der Vergangenheit vor: „Bereits in der Vorrunde wurden seitens des SV Röchling Völklingen Spieler ohne Spielgenehmigung für die Oberliga eingesetzt. Bei überregionalen Ligen wie der Oberliga ist es unseres Erachtens die Pflicht des Verbandes, dies zu überprüfen und den Vereinen, in dem Fall Röchling Völklingen, frühzeitig die Spielgenehmigung zu entziehen. Wäre der Verband dieser Verantwortung nachgekommen, hätte Röchling Völklingen die Hinrunde nicht zu Ende spielen dürfen und die jetzt entstandene Problematik wäre nicht zum Tragen gekommen. Der Begriff der ‚laufenden Runde‘ müsste bei frühzeitigem Agieren des Verbandes nicht bis zur Unendlichkeit strapaziert werden.“

Zum Schluss fordert der SV Eintracht Trier, „diese Fehler und Unzulänglichkeiten einzusehen und die Konsequenzen dafür zu übernehmen.“ Das wäre sportlich fair und korrekt. Aber diese auf „die betroffenen Vereine durch Heranziehen und die neue Definition von feststehemden Begriffen wie ‚laufende Runde‘ zu übertragen ist für uns in dieser Form nicht hinnehmbar.“

 

Pressemitteilung Eintracht Trier (07.06.2022)