Ferrero weitet Rückruf von Kinder-Produkten aus – Belgische Behörde stoppt Produktion

Ferrero ruft knapp zwei Wochen vor Ostern mehrere Chargen von Kinder-Schokolade-Produkten zurück. Grund dafür ist ein möglicher Zusammenhang mit einem Salmonellen-Ausbruch. Immer mehr Produkte werden der Liste hinzugefügt, zudem wurde die Produktion in einer Fabrik in Belgien gestoppt.
Ferrero ruft mehrerer Kinder-Schokolade-Produkte wegen Salmonellen-Gefahr zurück. Foto: Facebook/ Kinder
Ferrero ruft mehrerer Kinder-Schokolade-Produkte wegen Salmonellen-Gefahr zurück. Foto: Facebook/ Kinder

Bislang seien 105 bestätigte Fälle sowie 29 Verdachtsfälle aufgetaucht, die meisten davon bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren, berichtet Focus Online. Fast die Hälfte der gemeldeten Infektionen sei in Großbritannien ausgebrochen. Auch in Deutschland sollen mittlerweile vier Fälle bestätigt sowie drei mutmaßliche Fälle bekannt sein, so Focus.

Belgische Behörde stoppt Produktion

Nach Angaben von Focus Online müsse der Hersteller Ferrero vorerst die Produktion in einer Fabrik in Belgien stoppen. „Die Aufsichtsbehörde Afsca kündigte am Freitag an, die Produktionslizenz für das Werk in Arlon zu entziehen.“, heißt es dazu weiter. Folglich müssen alle Produkte aus dem Werk zurückgerufen werden.

Heftige Kritik

Zudem habe das Unternehmen am Donnerstag, 07.04.2022, eingeräumt, dass bereits am 15. Dezember Salmonellen festgestellt wurden. Die Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert Ferrero deutlich und fordert grundlegende Reformen im System der Lebensmittelüberwachung.

Der Fall Ferrero zeige, dass Eigenkontrollen und Eigenverantwortung der Hersteller nicht ausreichen. „Wir brauchen Transparenzpflichten für Behörden, damit Fälle wie Ferrero umgehend öffentlich gemacht werden müssen.“, sagt Andreas Winkler von foodwatch. Es könne nicht sein, dass monatelang gesundheitsgefährdende Produkte die Fabrik verlassen und verkauft werden. „Lebensmittelhersteller müssen gesetzlich verpflichtet werden, die Verbraucher:innnen sofort auf allen Kanälen deutlich zu warnen. Stille Rückrufe ohne öffentliche Warnung oder scheibchenweise Informationen a la Ferrero können schwere Gesundheitsschäden verursachen.“, so Winkler weiter.

Rückruf erneut erweitert

Ferrero teilte bereits Anfang der Woche mit, dass man sich für einen freiwilligen Rückruf mehrerer Produkte entschlossen habe – dieser Rückruf wurde seitdem mehrfach ausgeweitet. Das Unternehmen arbeite eng mit der zuständigen Lebensmittelbehörde in Deutschland zusammen, um einen möglichen Zusammenhang mit einer Reihe von gemeldeten Salmonellenfällen aufzudecken. Alle Produkte werden nach Angaben von Ferrero in derselben Fabrik in Belgin hergestellt.

Liste mit Bildern der betroffenen Produkte:

Die Pressemitteilung von Ferrero mitsamt aller Produkte findet sich hier: Rückruf mehrerer Chargen von Kinder-Produkten.

Symptome einer Salmonellen-Infektion

Eine Salmonellen-Erkrankung äußert sich innerhalb einiger Tage nach Infektion mit Durchfall, Bauchschmerzen und gelegentlich Erbrechen und leichtem Fieber. Die Beschwerden klingen in der Regel nach mehreren Tagen von selbst wieder ab. Insbesondere Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und  Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können schwerere Krankheitsverläufe entwickeln. Personen, die dieses Lebensmittel gegessen haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und auf eine mögliche Salmonellen-Infektion hinweisen. Sich ohne Symptome vorbeugend in ärztliche Behandlung zu begeben, ist nicht sinnvoll.

Vom Verzehr wird abgeraten

Alle anderen Ferrero-Produkte, einschließlich anderer kinder-Produkte, sind von diesem Rückruf nicht betroffen, betont das Unternehmen. Ferrero arbeite eng mit den Einzelhändlern zusammen, um sicherzustellen, dass diese Produkte nicht mehr im Handel erhältlich sind. „Sollten Sie eines dieser Produkte besitzen, raten wir Ihnen, es nicht zu verzehren. Bitte bewahren Sie das Produkt auf und kontaktieren Sie unser Verbraucherschutzteam“, so die Bitte von Ferrero:
Ferrero MSC GmbH & Co. KG
Consumer Service
60624 Frankfurt

Telefon: +49 (0)69 / 665 666-0
(Montag – Freitag 8:30 bis 17:30 Uhr)
[email protected]

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (06., 07. und 08.04.2022), Artikel von Focus Online (08.04.2022), Pressemitteilung foodwatch (08.04.2022)