Gottesdienst mit Decke und Glühwein? Wie Kirchen Energie sparen

Warm anziehen für's gemeinsame Gebet - das empfiehlt sich in diesem Spätherbst und Winter in vielen Kirchen. Um Energie zu sparen, werden die Heizungen mancherorts nur noch auf Frostschutz gestellt. Einige Gemeinden überlegen sogar, die Gläubigen mit Glühwein zu wärmen.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Verständnis für Sparmaßnahmen

Die Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz fürchten trotz vielerorts gedrosselter Heizungen keinen Besucherschwund in diesem Spätherbst und Winter. Bei den Gläubigen stießen die Sparmaßnahmen angesichts der hohen Energiepreise und Klimaschutzbestrebungen überwiegend auf Verständnis, hieß es in Bistümern und bei den evangelischen Kirchen. In vielen Gotteshäusern sind die Heizungsanlagen bereits heruntergedreht oder sogar nur auf Frostschutz gestellt, mancherorts werden Gottesdienste in Gemeindehäuser verlegt oder gleich ganz draußen veranstaltet. Für Kirchgänger empfiehlt sich also warme Kleidung in den kommenden Wochen ganz besonders.

Regelungen in Evangelischen Kirche der Region

Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erklärte, man wolle die Kirchen weiterhin beheizen, um nach den zwei Pandemiejahren dem Bedürfnis vieler Menschen nach Trost und Gemeinschaft nachzukommen. Dabei werde man noch einmal auf die 15-Grad-Regel hinweisen, die zwar bereits seit Jahrzehnten gelte, aber in der Vergangenheit nicht immer so genau genommen worden sei. Zugleich habe man den Gemeinden empfohlen, in die „Winterkirche“ im Gemeindehaus umzuziehen. „Gemeinden schaffen aber auch vermehrt Decken an oder überlegen, beim Gottesdienst Glühwein auszuteilen, hörte ich vereinzelt“, so der Sprecher. Auch digitale Feiern könnten abgehalten oder Gottesdienste ganz ins Freie verlegt werden.

Regelung im Bistum Trier

Auch das Bistum Trier hatte Handlungsempfehlungen zum Energiesparen herausgegeben, nach denen nur noch zwei Pfarrkirchen pro fusionierter Pfarrei oder Pfarreiengemeinschaft für die Gottesdienste auf 11 Grad zu heizen sind. Andere Kirchen könnten auf eine Temperatur von 6 Grad geheizt werden, um Schimmel zu vermeiden. „Wir treffen auf Verständnis und Rückhalt bei unseren Pfarreien, die alle um die Wichtigkeit des Energiesparens in Zeiten der globalen Klimakrise und des Ukraine-Kriegs wissen“, sagte ein Bistumssprecher. Es wird allen Pfarreiengemeinschaften aber auch ein Angebot einer „Warmen Kirche“ geben. So zum Beispiel im einem Pfarrsaal. Hier kann dann ein Gottesdienst beheizt bei bis zu 19 Grad gefeiert werden.

 

Deutsche Presse Agentur