Hitzefalle Pkw: Appell an Autofahrer bei warmen Temperaturen

Angesichts der bevorstehenden warmen Temperaturen schadet es nicht, noch mal an die Gefahren mit Haustieren im Auto hinzuweisen. Schon nach wenigen Minuten kann sich der Wagen zu einer tödlichen Hitzefalle entwickeln.
Symbolbild: Unsplash/ A n v e s h
Symbolbild: Unsplash/ A n v e s h

Bei dem ungewöhnlich warmen Frühling und den bevorstehenden sommerlichen Temperaturen weist das Veterinäramt des Eifelkreises Bitburg-Prüm noch mal auf die Gefahren für Tiere hin, die „kurz“ im Wagen zurückgelassen werden. Auch wenn die Besitzer:innen nur schnell ein paar Erledigungen machen wollen, können schon wenige Minuten lebensgefährlich für Hunde werden.

„Kurz“ kann schnell zu lang werden

Auch „kurz“ ist in vielen Fällen schon zu lang für das Tier. Hunde haben nur sehr wenige Schweißdrüsen. Im Wesentlichen regulieren sie ihre Körpertemperatur durch das Hecheln, erklärt das Veterinäramt. Bereits 30°C Lufttemperatur stellen für den Hund eine erhebliche körperliche Belastung dar, welcher er mit dem Hecheln nicht mehr effektiv begegnen kann.

Solch hohe Temperaturen sind im Sommer schnell erreicht: Bei beispielsweise circa 22°C Außentemperatur herrschen im Auto bereits nach nur knapp 12 Minuten etwa 30°C, bei 28 °C Außentemperatur nach 10 Minuten schon 35 °C und nach 30 Minuten 44 °C. Nur für wenige Minuten kann ein Hund diese Temperaturen aushalten. Danach kann es zu schweren Organschäden, Dehydrierung und schließlich zum Hitzetod kommen.

Geöffnete Fensterscheibe reicht nicht

Oftmals lassen Besitzer:innen die Fensterscheiben des Fahrzeuges einen Spalt weit geöffnet oder kühlen den Wagen bevor sie aussteigen mit der Klimaanlage herunter. Doch diese beiden Maßnahmen helfen nicht im Geringsten. Selbst wenn alle Fenster über 20 cm geöffnet wären, fände kein ausreichender Sauerstoffaustausch statt. Und auch der kühlende Effekt der Klimaanlage hält nur etwa fünf Minuten nach Verlassen des Autos an.

Auto wird zur Hitzefalle

Die Hitzeentwicklung im Auto sollte somit keinesfalls unterschätzt werden. Die Farbe des Wagens spielt im Übrigen keine Rolle dabei. Helle Modelle heizen sich etwa genauso schnell auf wie dunkle. Auch auf Schatten sollte der Besitzer sich nicht zu sehr verlassen. Sonne und Wolken sind im Zweifel schnell weiter gezogen und das Auto wieder der Hitzeeinstrahlung ausgesetzt.

Strafe für Tierhalter:innen:

Dass das Zurücklassen von Hunden im Fahrzeug bei sommerlichen Temperaturen kein Kavaliersdelikt ist, zeigt Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Hiernach droht demjenigen, der einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Auch als Ordnungswidrigkeit kann das Zurücklassen des Hundes im Auto geahndet werden. In jedem Fall tragen die Tierhalter:innen die Kosten für eventuell entstehende Polizei- oder Veterinäreinsätze.

Hund im Auto: Wie verhalte ich mich richtig?

Sehen Sie bei starker Hitze einen Hund in einem verschlossenen Wagen, greifen Sie nicht selbst ein. Rufen Sie die zuständige Ordnungsbehörde (Verbandsgemeinde- / Stadtverwaltung) oder Polizeiinspektion an. Notieren Sie Datum, Zeit, Ort, Kennzeichen sowie die Außentemperatur. Machen Sie Bildaufnahmen von der Umgebung und allen Seiten des Fahrzeuges. Wenn das Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz oder ähnlichem steht, lassen Sie den Fahrer ausrufen.

Pressemitteilung Eifelkreis Bitburg-Prüm (02.06.2022)