Holocaust-Gedenktag: Zentrale Gedenkfeier in Trier – zahlreiche Veranstaltungen in der Region

Das Gedenken an den Holocaust darf nie ein Ende nehmen. Am 27. Januar 2023 ist die zentrale Gedenkveranstaltung in diesem Jahr in Trier.
Die zentrale Gedenkveranstaltung für den Holocaust findet in Trier statt. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Die zentrale Gedenkveranstaltung für den Holocaust findet in Trier statt. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

Zentrale Veranstaltung in Trier

Zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wird es in Rheinland-Pfalz mehr als 45 Veranstaltungen geben. Mit Stadtführungen, Lesungen, Ausstellungen oder Vorträgen wird an das Schicksal der Opfer der Nazi-Diktatur erinnert, wie der Landtag Rheinland-Pfalz am Montag, 09.01.2023, in Mainz mitteilte. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landtags am 27. Januar findet in der Konstantinbasilika in Trier statt, gemeinsam mit Abgeordneten aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und dem Saarland.

Gedenktag am 27. Januar

„Wir sollten unbedingt mehr aus der Geschichte lernen“, erklärten Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) und der Mainzer Bürgermeister Günter Beck (Grüne) im Geleitwort zu einer Broschüre, die über die Veranstaltungen informiert. Der Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen wird in Deutschland seit 1996 als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Soldaten der Roten Armee befreiten am 27. Januar 1945 die Gefangenen im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Lager in Auschwitz.

Nachfolgend die Veranstaltungen in der Region Trier

Gedenksitzung des Landtags Rheinland-Pfalz in Trier

  • Zeit: Freitag, 27. Januar 2023, 11.00 bis 12.50 Uhr
  • Ort: Konstantinbasilika, Konstantinplatz 10, 54290 Trier
  • Livestream: www.landtag.rlp.de

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Präsidentschaft im Interregionalen Parlamentarierrat kommen Parlament und Regierung sowie geladene Gäste zur zentralen Gedenksitzung des Landes in Trier zusammen. Gemeinsam mit Abgeordneten aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und dem Saarland gedenken sie der Opfer der Verfolgung durch das NS-Regime in der Großregion. Im Zentrum des Gedenkens steht dabei die Frage, wie das Unrecht der Zeit der NS-Diktatur bis heute in den Familien diesseits und jenseits der Grenzen nachwirkt.

Der Journalist und Autor Ulrich Wickert wird als profunder Kenner der französischen Erinnerungskultur die Gedenkansprache halten. Im Anschluss geht eine von Shelly Kupferberg moderierte Gesprächsrunde mit Nachfahren von NS-Opfern in der Großregion der Frage nach, welche Rolle die nachfolgenden Generationen einnehmen können, um in den jeweiligen Ländern die Erinnerung an das NS-Unrecht wach zu halten.

Der SWR überträgt die Gedenksitzung live in seinen dritten Fernsehprogrammen.

Jüdisches Trier – Ausstellung in Schweich

  • Ausstellung in der ehemaligen Synagoge in Schweich von Dienstag, 24. Januar, bis Mittwoch, 8. Februar 2023 in der Synagoge Schweich, Richtstraße 42, 54338 Schweich.

Zum 60-jährigen Bestehen der Trierer Synagoge entstand im Jahr 2016 die Ausstellung „Jüdisches Trier“. Von den Anfängen der Juden in Trier zu Zeiten Kaiser Konstantins bis in die Gegenwart schlägt die Ausstellung einen großen Bogen – eine beinahe 2000-jährige, mitunter sehr wechselhafte und leidvolle Geschichte. An ausgewählten Themen wird das Zusammenleben der jüdischen Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft aufgezeigt.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil reicht von der Antike bis zum Nationalsozialismus, der zweite Teil zeigt den Wiederaufbau nach 1945, die Zuwanderung der jüdischen Kontingentflüchtlinge und – als Schwerpunkt – den heutigen Alltag der Jüdischen Kultusgemeinde Trier. Dazu werden berühmte jüdische Persönlichkeiten aus Trier und der Region sowie jüdische Fest- und Feiertage vorgestellt.

Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz-Ausstellung in Trier

  • Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus. Ausstellungsdauer: 16. Januar bis 28. Februar 2023.
  • Eröffnung: Mittwoch, 18. Januar 2023, 18.30 Uhr, Raum R.5.
  • Öffnungszeiten und Ort: Montag bis Samstag während der Öffnungszeiten der Bücherei Volkshochschule Trier, Domfreihof 1 b, 54290 Trier.
  • Im Rahmen der Ausstellung sind weitere Veranstaltungen geplant.

27. Januar 2023, 15.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst der Katholischen Hochschulgemeinde und der Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde in der
Volkshochschule Trier, Raum Beletage

29. Januar 2023, 11.00 Uhr Stadtrundgang gegen das Vergessen „Trier im Nationalsozialismus“, Treffpunkt: Stadttheater (AG Frieden)

31. Januar 2023, 19.00 Uhr Vortragsveranstaltung mit Lena Haase und Dr. Thomas Grotum zum Thema „Trier – Auschwitz. Die Biografien der Trierer Kommunistin Aurelia Torgau und des aus Fell stammenden SS-Wachmanns Johann Gorges“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier

9. Februar 2023, 18.30 Uhr Vorführung des 1996 entstandenen Films „Atempause“ mit einer Einführung in das Leben von Primo Levi durch Dr. René Möhrle in der Volkshochschule Trier, Raum

Trauer to go-Theater in Trier

Theaterstück von Adriana Altaras, Inszenierung von Luisa Gärtner.

  • Zeit: Freitag, 27. Januar 2023, der Veranstaltungsbeginn ist den Ankündigungen in der Presse oder den Sozialmedien zu entnehmen
  • Ort: Stadtbücherei Trier, Domfreihof 1 b, 54290 Trier.
  • Eine Voranmeldung bis zum 24. Februar 2023 unter [email protected] ist verpflichtend. Der Einlass ohne Voranmeldung ist nicht möglich.

Queere Geschichte in der Großregion – Vortrag in Trier

  • Vortrag von Dr. Frédéric Stroh.
  • Zeit: Donnerstag, 2. Februar 2023, 19.00 Uhr.
  • Ort: SCHMIT-Z, Mustorstraße 4, 54290 Trier

Dr. Frédéric Stroh ist Historiker an der Universität Straßburg und forscht zur Homosexuellenverfolgung im 20. Jahrhundert in Europa, schwerpunktmäßig während des Nationalsozialismus. Zurzeit ist er Forscher im Projekt des Saarlandes „Schwulen- und Lesbenverfolgung an der Saar (1935–1994)“. In seinem Vortrag gibt er einen Überblick über die queere Geschichte in der Großregion.

Jugendliche im Deportationszug Da3-Ausstellung in Wittlich

  • Eröffnung: Freitag, 27. Januar 2023, 18.00 Uhr.
  • Zeiten: täglich 9.00 bis 18.00 Uhr
  • Ort: Autobahn- und Radwegekirche St. Paul, Arnold-Janssen-Straße 1, 54516 Wittlich

Von den 513 Menschen im Deportationszug Da3 von Luxemburg nach Lodz waren über 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen einem Jahr und 18 Jahren. Ihr kurzes Leben ist bisher kaum erforscht. Die Wanderausstellung stellt sechs dieser Jugendlichen vor. Sie soll vor allem Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, sich auf die Suche nach Spuren dieser Menschen zu begeben: in Form von Schulprojekten, Projektarbeiten usw.

Deutsche Presse Agentur & Eigener Bericht