Im Herbst häufen sich Wildunfälle: Darauf sollte geachtet werden

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember häufen sich die Wildunfälle, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung. Was bei Wildunfällen zu beachten ist, haben wir zusammengefasst:

Besonders häufig quert Wild in Waldabschnitten und an Feldrändern die Straßen. Symbolbilder: Pixabay

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldet jährlich rund 300.000 Wildunfälle. Letztes Jahr kamen bei Wildunfällen mehr als 2600 Menschen zu Schaden, sieben Fahrzeuginsassen verunglückten dabei tödlich. Am häufigsten kollidieren Autofahrende dabei mit Rehen.

Wildunfälle vermeiden

Die Tiere überqueren besonders häufig in Waldabschnitten, an Feldrändern und Wiesen die Straßen, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie bei Nacht und Nebel.

Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und warten nicht am Fahrbahnrand, bis das Auto vorbeigefahren ist. Selbst wenn das Tier am Straßenrand steht, kann es sein, dass es unmittelbar vor das fahrende Auto auf die Straße springt. Daher ist hier besondere Vorsicht geboten: die Geschwindigkeit drosseln oder sogar ganz abbremsen, das Fernlicht ausgeschaltet lassen und hupen – die Hup verscheucht die Wildtiere in den meisten Fällen. Achtung: Wildtiere sind meist nicht alleine unterwegs, mit Nachzüglern muss gerechnet werden.

Infografik des ADAC und Jagdverbands. Bild: ADAC

Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall

  • Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Unfallstelle absichern. Das gilt auch, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist.

  • Rettungsdienst rufen und Erste Hilfe leisten, falls Personen verletzt wurden.

  • Auch ohne Verletzte muss die Polizei (110) verständigt werden – genauen Standort durchgeben.

  • Verletzte Tiere nicht anfassen! Eindeutig tote Tiere können mithilfe von Handschuhen zum Fahrbahnrand gezogen werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Für die Versicherung:

Schäden am Fahrzeug können über eine vorhandene Teil- oder Vollkaskoversicherung reguliert werden. Die Teilkaskoversicherung ersetzt Schäden, die durch einen Zusammenstoß mit Haarwild entstanden sind – dazu zählen Wildschwein, Reh, Hirsch, Fuchs oder Hase. Unfälle mit Vögeln sind nicht bei allen Versicherungen mit inbegriffen.

Wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass der Schaden am Fahrzeug durch den Zusammenstoß mit Wild oder infolge von Ausweich- oder Bremsmanövern entstanden ist, kann dieser über die Vollkaskoversicherung reguliert werden. In jedem Fall sollten die Schäden fotografiert werden und sich eine Wildunfallbescheinigung von Polizei, Förster:in oder Jagdpächter:in ausstellen lassen.