Statt Verbot von ungesunder Lebensmittelwerbung: Bildung und Aufklärung

Es wird gefordert, Lebensmittelwerbung gegenüber Kindern zu verbieten, wenn diese ungesunde Produkte bewerben. Dieser Forderung eines strikten Verbots stellt der Lebensmittelverband Deutschland e. V. entgegen, dass zu oft versucht werde, "die Menschen in Deutschland erziehen zu wollen".
Werbung für ungesunde Lebensmittel soll nicht verboten werden, sondern mehr Aufklärung - vor allem bei Kindern - erfolgen. Symbolbilder: Unsplash/ Mae Mu/ Karsten Winegeart/ Fatima Akram
Werbung für ungesunde Lebensmittel soll nicht verboten werden, sondern mehr Aufklärung - vor allem bei Kindern - erfolgen. Symbolbilder: Unsplash/ Mae Mu/ Karsten Winegeart/ Fatima Akram

Die Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) hat ein Verbot von an Kinder gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel gefordert. Auch der Lebensmittelverband Deutschland hat sich zu der Forderung geäußert: „Mit Sorge beobachten wir die Tendenz der aktuellen Regierung, die Menschen in Deutschland erziehen zu wollen. Es handelt sich hier um Symbolpolitik und nicht den Versuch, tatsächlich etwas für die Gesundheit unserer Kinder tun zu wollen.“

Werbeverbot ist nicht die Lösung

Laut Lebensmittelverband gebe es keinerlei Zusammenhang zwischen dem Schauen von Lebensmittelwerbung und der Entstehung von Adipositas. Nach wie vor gehöre Werbung zu einer funktionierenden, freien Marktwirtschaft dazu. Sinnvoller als Werbung gegenüber Kindern zu verbieten, die ungesunde Lebensmittel bewerben, wäre es, „die Menschen zu animieren, einen gesunden Lebensstil zu leben.“, so der Verband. Dazu gehöre Bildung sowie Aufklärung ab den jungen Jahren, damit auch die Jüngsten lernen, was zu einer ausgewogenen Ernährung gehört und wie sie mit der Werbung umgehen müssen.

„Was wir wirklich brauchen“:

„Vor allem sind hier aber auch die Eltern gefragt, die auch selbst – wie eine Umfrage gezeigt hat – dies in ihrer Verantwortung sehen. Laut dieser Umfrage des Marktforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) gab die deutliche Mehrheit der Befragten (76 Prozent) an, dass sie sich selbst in der Verantwortung sehen, wenn es um eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder geht. Herstellern von Lebensmitteln (6 Prozent) und dem Staat (3 Prozent) wird nur eine sehr geringe Bedeutung beigemessen. Was wir wirklich brauchen sind mehr Bewegungsangebote, auch kostenfreie für Menschen mit schmalerem Geldbeutel. Und wir brauchen niedrigschwellige und zielgruppengerechte Angebote in der Adipositastherapie. Es wäre empfehlenswert, wenn sich solche Ansatzpunkte in der im Koalitionsvertrag angekündigten Ernährungsstrategie wiederfinden würden.“

 

Pressemitteilung Lebensmittelverband Deutschland e. V. (17.06.2022)