Stehen düstere Weihnachten bevor? – Weihnachtsmarkt-Pläne in Zeiten der Energiekrise

Wie sehen Weihnachtsmärkte in Energiesparzeiten aus? Bleiben die Städte unbeleuchtet? In Rheinland-Pfalz gehen die Städte ganz unterschiedlich mit der weihnachtlichen Beleuchtung um. Eins vorab: Trier wird nicht ausgeschaltet.
Die Innenstadt wird auch in diesem Jahr weihnachtlich beleuchtet sein, allerdings mit Einschränkungen. Foto: Trierer Weihnachtsmarkt
Die Innenstadt wird auch in diesem Jahr weihnachtlich beleuchtet sein, allerdings mit Einschränkungen. Foto: Trierer Weihnachtsmarkt

Der September neigt sich dem Ende zu, von der Bundesregierung wurden bereits Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht, die dabei helfen sollen, Energie zu sparen. Dazu zählen unter anderem das Ausschalten von Werbereklamen oder Denkmälern. Höchste Zeit also, die Pläne für die Weihnachtsmärkte in Angriff zu nehmen. Denn: Ein Weihnachtsmarkt ohne farbenfrohe Lichterpracht? Kaum vorzustellen. Die anhaltende Energiekrise zwingt die Kommunen jedoch zum Umdenken.

Erste Pläne für Weihnachtsbeleuchtung werden gemacht

Die Städte in Rheinland-Pfalz gehen ganz unterschiedlich mit der adventlichen Beleuchtung zentraler Straßen und Plätze um. Beispielsweise sagt der Mainzer Oberbürgermeister, Michael Ebling (SPD): „Mainz soll nicht in Dunkelheit versinken“. Knapp zwei Monate vor einem möglichen Start haben manche Kommunen schon grobe Konzepte, andere sind noch am Anfang ihrer Überlegungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Kommunen ergab.

Die Stadt setzt den mit der Landesregierung abgestimmten Beschluss um, den Energieverbrauch um 15 Prozent zu verringern. Aber Dom, St. Stephan und Christuskirche – drei markante spirituelle Wahrzeichen von Mainz – bleiben weiter angestrahlt. „Auch an der Weihnachtsbeleuchtung soll nicht gespart werden“, hat Ebling angekündigt. Gerade in dunklen Zeiten sei die Weihnachtsbeleuchtung ein Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts.

Koblenz leuchtet, dieses Jahr aber weniger

Sparen bei der Beleuchtung der Fußgängerzone und des Weihnachtsmarktes will die Stadt Koblenz: „Grundsätzlich sollen die Markt-Illuminationen reduziert und auf größere Stromverbraucher verzichtet werden“, sagte eine Sprecherin der Koblenz Touristik. So habe man bereits in den vergangenen Jahren die Beleuchtung fast komplett auf sparsamere LED-Technik umgestellt. Die Markt-Beleuchtung wie Lichterketten und Tannenbäume soll auf bis zu 50 Prozent reduziert werden. „Um dies zu erreichen, wird die Zahl der Leuchtmittel vermindert werden und deren Leuchtzeiten verkürzt.“

Beim Weihnachtsmarkt werde zudem auf große Energieverbraucher wie Eisbahn, die Kinder-Weihnachtsbäckerei und die Foto-Stationen verzichtet. „Durch diesen Verzicht werden etwa 65 000 Kilowattstunden eingespart.“ Da Deko- und Beleuchtungselemente des Weihnachtsmarktes und der Stände erst ab der Dämmerung eingeschaltet und bei Ende des Marktes sofort ausgeschaltet würden, spare man grob geschätzt 15 000 bis 20 000 Kilowattstunden.

Und Trier? – Die Stadt soll nicht ausgeschaltet werden

In Trier wird es vor Weihnachten wieder eine feierliche Beleuchtung geben. „Für uns ist es wichtig, dass wir nicht unsichtbar werden in der Weihnachtszeit. Wir wollen die Stadt Trier ja nicht ausschalten“, sagte der Vorsitzende der City-Initiative Trier, Patrick Sterzenbach. Aber natürlich wolle man einen Beitrag in der Energiekrise leisten: Daher werde angestrebt, die Laufzeit der Beleuchtung um 15 Prozent zu reduzieren. „Später anfangen, früher aufhören und vielleicht nach Weihnachten die gesamte Laufzeit bisschen verkürzen“, sagte er.

Weihnachtsmarkt mit Einschränkungen

Um Energie zu sparen, wird der Trierer Weihnachtsmarkt an zwei Tagen die Woche auch seine Öffnungszeiten verkürzen: Bisher waren die Buden am Freitag und Samstag bis 21:30 Uhr offen, in diesem Jahr soll jeweils um 20:00 Uhr Schluss ein, sagte der Sprecher des Marktes in Trier.

Die Beleuchtung sei in Trier schon länger auf LED umgerüstet, so dass man ohnehin 80 Prozent Energie einspare. Für „ein gutes Einkaufserlebnis“ gehöre die Weihnachtsbeleuchtung aber dazu, sagte Sterzenbach, dessen Verein rund 200 Betriebe vor allem aus Handel und Gastronomie in der Innenstadt vertritt. In der Krise sei die Lage für den Handel schwierig genug.

Einige Straßen bleibe dunkel

Aus Kaiserslautern hieß es, die pfälzische Stadt werde auf die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen sowie auf die Eisbahn verzichten. „Weitere Energiesparmaßnahmen rund ums Thema Weihnachten sind aktuell nicht geplant“, teilte ein Sprecher der Kommune mit.

Ludwigshafen rechnet mit einem Weihnachtsmarkt auf dem zentralen Berliner Platz. „Wir sind uns der besonderen Situation bewusst, dass wir einerseits ein ansprechendes Angebot entwickeln wollen, andererseits aber vor der Herausforderung stehen, Energie einsparen zu müssen“, erklärte ein Sprecher der Kongress- und Marketing-Gesellschaft Lukom. Aktuell prüfe man, wie man der Situation gerecht werde und stehe mitten in der Planung. „Es wurden noch keine abschließenden Entscheidungen gefällt.“

Deutsche Presse-Agentur